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Anpassungsstrategien und Handlungsempfehlungen

Auf Basis der Analysen der Klimadaten sowie der Ergebnisse der hydrologischen Modellierung konnten für das Gebiet von Niedersachsen bzw. die betrachteten Flusseinzugsgebiete regional differenzierte Aussagen zu möglichen zukünftigen Entwicklungen gemacht werden. Zusammen mit den Erkenntnissen aus anderen Studien in Niedersachsen (z.B. Klimawirkungsstudie Niedersachsen, Klimareport Niedersachsen) können nun Strategien und Handlungsempfehlungen erarbeitet werden, um den möglichen Folgen des Klimawandels begegnen zu können.

Die bisherigen Ergebnisse aus KliBiW haben gezeigt, dass wir es zukünftig sowohl mit einer Verschärfung der Hochwassersituation als auch der Niedrigwasserverhältnisse in Niedersachsen zu tun haben werden, wenn es nicht gelingt, die globalen Treibhausgas-Emissionen innerhalb kürzester Zeit deutlich zu reduzieren Im Hinblick auf die beobachteten Veränderungen in der Vergangenheit bedeutet dies, dass wir bereits heute Entwicklungen verfolgen, mit denen wir es zukünftig verstärkt unter dem Einfluss des Klimawandels zu tun haben werden.

Die identifizierten Klimafolgen können sich auf verschiedene Bereiche der wasserwirtschaftlichen Planung in Niedersachsen auswirken und erfordern dort entsprechende Anpassungen. Hierzu zählen z.B.:

· Überschwemmungsgebiete

· Hochwasserschutz- und Vorsorgemaßnahmen

· Hochwasserrisikomanagement

· Regenwassermanagement

· Raumplanung

· Katastrophenmanagement

· Talsperrenbewirtschaftung

· Öffentliche Wasserversorgung

· Brauchwassernutzung

· Ökosystemschutz

Um diesen Anpassungsprozess zu unterstützen, stellt der NLWKN bereits verschiedene Daten und Informationen zur Verfügung. Auf dem Umweltkartenserver Niedersachsen können die Grenzen von Überschwemmungsgebieten und Hochwasserrisikogebieten eingesehen werden. Auf dem Informationsportal Hochwasserschutz findet man wichtige Hinweise, wie man für den Hochwasserfall vorsorgen kann und was im Notfall zu tun ist. Und sollte sich schließlich ein Hochwasser ankündigen, findet man auf der Seite Pegelonline für ausgewählte Abflusspegel die Wasserstände sowie Vorhersagen für deren weitere Entwicklung innerhalb der nächsten 12-24 Stunden. Informationen über den Klimawandel und seine möglichen Auswirkungen auf die Abflussverhältnisse findet man plakativ und verständlich unter der Rubrik Klimawandel kompakt.

Außerdem unterstützt der NLWKN das Land bei der Aktualisierung der bereits seit 2012 existierenden Niedersächsischen Anpassungsstrategie an die Folgen des Klimawandels. Eine Neufassung wird voraussichtlich Ende 2021 veröffentlicht.

Unter Berücksichtigung der Unsicherheiten, die den Klimamodellen der aktuellen Generation, aber auch den hydrologischen Modellen innewohnen, wurde von Seiten des Projektes KliBiW 2019 ein landesweiter Beiwert für wasserwirtschaftliche Planungen und Bemessungsfragen im Bereich Hochwasser empfohlen. Dieser wird auf Grundlage der aktuell vorliegenden Erkenntnisse aus KliBiW erneut diskutiert. Die mögliche Anwendung eines solchen Klimabeiwertes sollte stets mit gebotener Umsicht erfolgen. Die flexible Gestaltung von Maßnahmen und Planungen im Sinne des „No-Regret“-Ansatzes soll dabei oberste Priorität besitzen. Eine regelmäßige Überprüfung und Fortschreibung der Erkenntnisse unter Verwendung zukünftig weiterentwickelter Methoden erscheint angeraten.

Grundsätzlich muss zukünftig das Ziel sein, auch in unseren Breiten bewusster mit der Ressource Wasser umzugehen. In den vergangenen Jahren haben wir in Niedersachsen, aber auch in Deutschland erfahren müssen, was zu viel oder zu wenig Wasser bewirken kann und dass unsere bisherigen Strategien nicht mehr ausreichend erscheinen, um gegen solche Situationen gewappnet zu sein. Eine wesentliche Maßnahme muss es daher sein, das Wasser zukünftig verstärkt in der Fläche zu halten. Sei es im Sinne des Rückhaltes bei Hochwasser oder zur Speicherung für Trockenzeiten.

Staumauer der Okertalsperre Bildrechte: NLWKN

Staumauer der Okertalsperre (Harz)

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:

Uwe Petry
NLWKN Hannover-Hildesheim
An der Scharlake 39
D-31135 Hildesheim

Artikel-Informationen

erstellt am:
21.05.2012
zuletzt aktualisiert am:
30.08.2021

Ansprechpartner/in:
Uwe Petry

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