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Handel

Einzel- und Großhandel haben eine hohe Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Der Beitrag des Handels am Bruttoinlandsprodukt in Deutschland liegt bei 11,3 Prozent. Rund 14 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten in diesem Bereich.

Einzelhandel und Handel mit Kraftfahrzeugen

In Niedersachsen sind etwa 235.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) und darüber hinaus ca. 64.200 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Handel mit Kraftfahrzeugen (einschl. Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) tätig. In rund 40.500 Betrieben erwirtschaften der Einzelhandel und der Handel mit Kraftfahrzeugen einen Jahresumsatz von insgesamt 68,2 Mrd. Euro und leisten damit einen erheblichen Beitrag zur wirtschaftlichen Wertschöpfung.

Der Handelsbereich ist einer der begehrtesten Ausbilder. Rund 11.000 junge Menschen werden jährlich in den Unternehmen des Einzelhandels (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) ausgebildet. Im Kraftfahrzeughandel sind es pro Jahr rund 7.800 Auszubildende.

Der Einzelhandel wird digitaler, technischer und serviceorientierter, und somit müssen sich auch die Tätigkeitsfelder den Veränderungen anpassen. Deshalb wurde im Jahre 2018 der neue Ausbildungsberuf „Kauffrau/Kaufmann im E-Commerce“ geschaffen. Die Auszubildenden werden dabei gezielt auf Tätigkeiten im Online-Handel vorbereitet.

Großhandel

In Niedersachsen gibt es im Bereich des Großhandels (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) rund 15.000 Unternehmen. Diese setzen mit ihren ca. 120.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und ca. 5.000 Auszubildenden jährlich rund 98,9 Mrd. EUR um.

Der Großhandel stellt das Bindeglied zwischen Herstellern, verarbeitender Industrie und Einzelhandel dar. Kerngeschäft im Großhandel ist der Handel mit Produktions- und Konsumgütern sowie den dazugehörigen Dienstleistungen.

Onlinehandel als Ergänzung zum stationären Handel

Der Handel ist ständig in Bewegung, vor allem beim Einzelhandel haben sich die Strukturen in den vergangenen Jahren stark verändert. Das ist im Wesentlichen auf die zunehmende Bedeutung des Onlinehandels und - damit verbunden - auch auf das veränderte Kundenverhalten zurückzuführen. Darüber hinaus führen der demographische Wandel, die Mobilität der Kundinnen/Kunden und die Digitalisierung ebenfalls zu Veränderungen im Handel.

Der Einzelhandelsumsatz in Deutschland belief sich 2018 auf 525 Mrd. Euro. Für das Jahr 2019 prognostiziert der Handelsverband Deutschland (HDE) ein Umsatzwachstum von 2,0 Prozent auf 535,5 Mrd. Euro. Im Vergleich dazu erwirtschaftete der Online-Handel im Jahr 2018 einen Gesamtumsatz in Höhe von 53,4 Mrd. Euro. Für 2019 wird eine Steigerung von knapp 9,0 Prozent auf 58,5 Mrd. Euro erwartet.

Die anhaltende Online-Nachfrage im deutschen Einzelhandel hat bereits im ersten Jahr des Bestehens des neuen Ausbildungsberufes mit 1.400 geschlossenen Verträgen zu einem Ansturm auf die Ausbildung zur E-Commerce-Kauffrau/zum E-Commerce-Kaufmann geführt.

Das stationäre Geschäft ist weiterhin der wichtigste Einkaufskanal. Hier hat die Händlerin/der Händler die Chance, durch attraktive Angebote, besonderen Service und gezielte Kundenansprache den Einkauf zu einem Erlebnis werden zu lassen. Der Online-Handel stellt einen zusätzlichen Kommunikations- und Vertriebskanal für viele Handelsunternehmen dar. Die Verknüpfung von Offline- und Onlinehandel wird von zahlreichen Unternehmen praktiziert. Im Idealfall verknüpfen sich beide Angebotsformen und ergänzen sich in zeitgemäßer Weise.

Insbesondere kleine und mittlere Händler können sich über Chancen und Herausforderungen auf dem Wege zur Digitalisierung bei Experten des neuen “Kompetenzzentrums Handel” informieren.

Zu dem, was der Einzelhandel an Rahmenbedingungen für eine gute Entwicklung benötigt, gehören für die Landesregierung vor allem

· die Sicherstellung einer guten Erreichbarkeit der Innenstädte,

· der Abbau von Bürokratie und die Beschleunigung von Verfahren,

· die Nutzung der Chance der Digitalisierung,

· eine gute Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten und

· faire Wettbewerbschancen für alle Handelsformen.

Diesen Handlungsfeldern nimmt sich die Landesregierung an.

Daneben führt das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung gemeinsam mit Projektpartnern den Wettbewerb „Gemeinsam aktiv – Handel(n) vor Ort“ durch, bei dem Händlerinnen/Händler mit ausgefallenen Ideen zur Belebung der Innenstädte beitragen. Mit dem Wettbewerb sollen erfolgreiche und umsetzbare Konzepte überregional bekannter gemacht werden.

Ansprechpartner
Frau Nadine Bähre, Tel. 0511/120-5524
Frau Mareike Müller, Tel. 0511/120-5552
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