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Runde Dörfer, weites Land und Natur mit Kultur – Naturpark Elbhöhen-Wendland

Rundlingsdorf Lübeln von oben   Bildrechte: Elbtalaue-Wendland Touristik GmbH
Rundlingsdorf Lübeln @Elbtalaue-Wendland Touristik GmbH

Besucher kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn sie die „Markenzeichen“ des Naturparks Elbhöhen-Wendland entdecken: Fast 100 Rundlingsdörfer werfen noch immer viele Fragen auf. Zugegeben, viele Details sind mittlerweile gut erforscht und im Rundlingsmuseum Wendland in Lübeln dokumentiert: Rundlingsdörfer wurden bereits im 12. Jahrhundert im Zuge der Ostkolonisation unter Heinrich dem Löwen angelegt – in Hufeisenform, mit dem Rücken zur feuchten Niederung und zur höher gelegenen Geest geöffnet. Die Giebel der Gebäude sind kreisförmig um den Dorfplatz angeordnet. Die dahinter liegenden keilförmigen Grundstücke ergeben eine tortenstückartige Kulturlandschaft. Da die slawische Bevölkerung für das Urbarmachen der Landschaft gewonnen wurde, tragen fast alle Rundlinge auch heute noch slawischstämmige Namen wie Mammoißel, Gühlitz, Meuchefitz, Schreyahn, Jabel oder Saaße.

„Das Runde“ bleibt geheimnisvoll

Bis heute ist aber nicht eindeutig geklärt, warum die Dörfer einst rund angelegt wurden. Alte Theorien reichten von Wehrdörfern bis hin zu Kultplätzen und haben sich als falsch erwiesen. Wahrscheinlicher ist, dass die Dorfstruktur auf eine gleichmäßige Verteilung von Grund und Boden zurückzuführen ist – auf in der Regel fünf Bauernfamilien. Obwohl die traditionelle Siedlungsform oftmals nach verheerenden Dorfbränden aufgegeben wurde, blieb sie im Wendland bis heute außerordentlich gut erhalten.

Attraktive Natur- und Kulturlandschaft

Die dünne Besiedlung und der oft kleinräumige Wechsel von Dörfern, Wäldern, Wiesen und Feldern, flachen und hügeligen, trockenen und feuchten Zonen garantieren vielen mitunter seltenen Tier- und Pflanzenarten ökologische Nischen. Neben der traditionellen Landbewirtschaftung haben sich auch viele Biohöfe etabliert. Alte Obstsorten und seltene Haustierrassen haben eine große Bedeutung und das Angebot regionaler Produkte, die häufig direkt auf den Höfen gekauft werden können, wächst stetig.

Rundlingsmuseum erkunden – alte Obstsorten entdecken

Wer mehr über das Geheimnis der Rundlingsdörfer erfahren möchte, sollte das Rundlingsmuseum Wendland in Lübeln besuchen. Das Rundlingsmuseum gehört zu den wenigen deutschen Freilichtmuseen mit einer natürlich gewachsenen Einbindung. In der Obstscheune können sich Erwachsene über Streuobstwiesen und alte Apfelsorten in der künstlerisch gestalteten Ausstellung „Erlebniswelt Alte Obstsorten im Wendland – erlebbar und erfühlbar“ informieren, während kleine Besucherinnen und Besucher an fest installierten E-Books das Thema spielerisch für sich entdecken. Unter fachkundiger Anleitung finden während der Saison regelmäßig Aktionen und Kurse statt. Je nach Thema kommt hierfür auch die Küche in der Obstscheune zum Einsatz. Auf einem kleinen Rundweg erfährt man zudem die „6 Wünsche eines Apfelbaumes“ und warum Insekten ein Hotel benötigen.

Aussichtsturm auf dem Hohen Mechtin

Im Westen des Naturparks findet sich die mit 142 Metern höchste natürliche Erhebung der Region: Der Hohe Mechtin. Vom 30 Meter hohen Aussichtsturm genießen Besucherinnen und Besucher oberhalb der Baumwipfel einen beeindruckenden Blick in die Ferne. Ortskundige Besucher können bei guten Sichtverhältnissen auch Ziele im benachbarten Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue entdecken. Der Aussichtsturm kann ausschließlich zu Fuß erreicht werden. Empfohlen wird hierfür der im Ort ausgeschilderte Wandererparkplatz in der Ortschaft Spranz, die zur Gemeinde Zernien gehört. Von dort führt ein 2 km langer Wanderweg direkt zum Aussichtsturm. Der Wanderweg ist mit weißen Dreiecken markiert, direkt am Parkplatz befindet sich ein Wegweiser.

Herzlich willkommen im Hallenhaus

Prägend für Rundlingsdörfer im Naturpark sind die Niederdeutschen Hallenhäuser. Bei einem Hallenhaus sind Wohnung, Stallraum und Erntelager in einem großen Hauskörper zusammengefasst. Der Wirtschaftsteil mit der „Groot Dör“ weist dabei zum Dorfplatz. Die ältesten Hallenhäuser im Wendland stammen aus dem 16. Jahrhundert. Seit den 1970er Jahren stehen viele Häuser unter Denkmalschutz. Ruhesuchende Künstler und Kunsthandwerker, Intellektuelle und Aussteiger fanden in den Rundlingen über die Jahre ein neues Zuhause. Junge Familien erwarben alte Höfe, restaurierten liebevoll die Fachwerkhäuser und brachten neues Leben ins Wendland.

Kulturelle Landpartie

Seit 1989 lockt die „Kulturelle Landpartie“ von Himmelfahrt bis Pfingstmontag Zehntausende aus ganz Deutschland in die Dörfer des Naturparks Elbhöhen-Wendland. Mehr als 100 „Wunde.r.punkte“ in mehr als 90 Ortschaften der Region laden zu einem Fest für die Sinne und das Leben ein.


Naturpark-Karte  

Informationen:

Naturpark Elbhöhen-Wendland e.V.

Königsberger Straße 10, 29439 Lüchow (Wendland)

Tel.: (05841) 120540

E-Mail: info@naturpark-elbhoehen-wendland.de

Internet: www.naturpark-elbhoehen-wendland.de


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