Niedersachen klar Logo

Luftqualitätsüberwachung in Niedersachsen 2018

Der vorliegende Bericht beschreibt die Belastung der Luft durch partikuläre und gasförmige Stoffe in Niedersachsen im Jahr 2018. Er gibt einen Überblick über die relevanten Kenngrößen zur Beurteilung der Luftqualität mit Bezug auf die immissionsschutzrechtlichen Regelungen gemäß 39. Bundes-Immissionsschutzverordnung (39. BImSchV) und beruht auf den Messergebnissen des Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen (LÜN).

Die Konzentrationswerte der Schadstoffe Benzol, Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid verlaufen schon seit Jahren auf niedrigem Niveau und lagen daher auch im Jahr 2018 flächendeckend unterhalb der rechtlich vorgegebenen Grenzwerte.

War die mittlere jährliche Belastung durch Ozon in den letzten Jahren relativ gleichbleibend, so wurde für das Jahr 2018 an allen Probenahmestellen ein zum Teil deutlicher Anstieg der Ozon-Jahresmittelwerte aufgrund der für die Ozonbildung günstigen meteorologischen Bedingungen während des Sommers festgestellt.

Die Informationsschwelle (180 µg/m³) wurde insgesamt an zwölf der 21 Probenahmestellen überschritten. Die Alarmschwelle von 240 µg/m³ wurde nicht überschritten. Der O3-Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit (max. 25 Tage mit gleit. 8h-MW >120 µg/m³, gemittelt über drei Jahre) wurde 2018 mit Ausnahme der Probenahmestelle Wurmberg an allen Probenahmestellen eingehalten. Das langfristige Ziel zum Schutz der menschlichen Gesundheit von 120 µg/m³ für Ozon wurde hingegen an keiner Probenahmestelle eingehalten.

Der Zielwert der 39. BImschV zum Schutz der Vegetation für Ozon (AOT40 von 18000 (µg/m³)∙h gemittelt über fünf Jahre wurde 2018 an allen Probenahmestellen eingehalten. Das langfristige Ziel zum Schutz der Vegetation für Ozon (AOT40 von 6000 (µg/m³)∙h) wurde hingegen 2018 an allen Probenahmestellen überschritten.

Auch im Jahr 2018 wurde für Feinstaub (PM10), wie in den Vorjahren, keine Überschreitung der Grenzwerte der 39. BImSchV beobachtet. Die mittlere jährliche Belastung durch Feinstaub (PM10) fiel zwar 2018 an nahezu allen Probenahmestellen geringfügig höher aus als im Vorjahr, allerdings ging die Anzahl an Tagen mit erhöhten PM10-Tagesmittelwerten (> 50 µg/m³) insgesamt etwas zurück.

Der Grenzwert bzgl. der noch kleineren Feinstaubfraktion (PM2,5) wurde 2018 an allen Probenahmestellen deutlich eingehalten.

Die für die in der PM10-Fraktion enthaltenen Schadstoffe (Blei, Arsen, Cadmium, Nickel und Benzo[a]pyren) gültigen Grenz- und Zielwerte der 39. BImSchV wurden 2018 an allen Probenahmestellen eingehalten. Die höchsten Belastungen zeigten sich dabei für die Schwermetallverbindungen im PM10 in Nordenham und Oker/Harlingerode. Für diese Schadstoffe lagen die Messergebnisse der letzten Jahre aber weit unterhalb der rechtlich vorgegebenen Zielwerte.

Die Untersuchungen im Rahmen des routinemäßigen Depositionsmessnetzes zeigten für den Staubniederschlag sowie für die Blei-, Arsen-, Cadmium- und Nickel-Depositionen mit Ausnahme an der Probenahmestelle Nordenham II eine Einhaltung der Immissionswerte der TA Luft. An der industriegeprägten Probenahmestelle Nordenham II wurde im Jahr 2018 eine Überschreitung des Immissionswertes für die Blei-Depositionen ermittelt. In Oker/Harlingerode wurde dieser Wert 2018 nur knapp eingehalten.

Ergebnisse über weitere Depositionsuntersuchungen im Raum Nordenham und Oker-Harlingerode, sowie über Depositionsmessungen, die nicht im Rahmen des routinemäßigen Depositionsmessprogramms durchgeführt werden, können den Berichten zu den Sondermessprogrammen auf der Internetseite des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz entnommen werden.

Differenzierter muss die Situation hinsichtlich der Luftbelastung durch Stickstoffdioxid an stark befahrenen Straßen betrachtet werden.

Im Jahr 2017 wurde eine Überschreitung des Stickstoffdioxid-Jahresmittelwertes von 40 µg/m³ noch in insgesamt neun Straßenabschnitten Niedersachsens messtechnisch ermittelt (fünf Straßenabschnitte in Hannover, zwei in Osnabrück und je einer in Oldenburg und Hildesheim). Mit Ausnahme der Straßenabschnitte Neuer Graben in Osnabrück und der Bornumer Straße in Hannover ist die mittlere NO2-Konzentration 2018 weiter zurückgegangen. Jedoch wurde an acht straßennah gelegenen Probenahmestellen noch immer ein NO2-Jahresmittelwert über 40 µg/m³ gemessen.

Ergänzend zur messtechnischen Betrachtung der Belastungssituationen wurden Modellierungen zur Verteilung der Stickstoffdioxidbelastung in betroffenen Straßenabschnitten durchgeführt. Die Berechnungsergebnisse für die NO2-Konzentration vor der Wohnbebauung zeigen mittlere Jahresbelastungen, die sowohl knapp unterhalb als auch geringfügig oberhalb des Grenzwertes von 40 µg/m³ liegen. Im Vergleich zu den straßennah ermittelten Messwerten werden für alle betrachteten Straßenabschnitte wohngebäudenah niedrigere, über die höchstbelastete Wohnetage gemittelte, Jahresbelastungen berechnet. Die am Straßenrand gemessenen NO2-Jahresbelastungen entsprechen nahezu den berechneten maximalen Konzentrationen an der Bebauungslinie.

Städte, in denen der NO2-Grenzwert von 40 µg/m³ weiterhin überschritten wird, sind hier gefordert, ihre bestehenden Luftreinhaltepläne nachzubessern.

Der Grenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor einer kurzzeitigen Belastung mit Stickstoffdioxid (max. 18 Stunden mit Stundenmittelwerten > 200 µg/m³) wurde 2018 an allen Probenahmestellen eingehalten.


Quelle: Luftqualitätsüberwachung in Niedersachsen - Jahresbericht 2018



zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln