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Feuchtigkeit im Abfalllager und Farbabplatzungen an eingelagerten dickwandigen Behältern Mitte 2014 waren der Anlass für weitergehende Prüfungen

Am 25. Februar 2015 haben Vertreter des NMU als die zuständige atomrechtliche Aufsichtsbehörde den Kreistagsausschuss im öffentlichen Teil der Sitzung über zwei Vorkommnisse im Abfalllager Gorleben aus dem Jahr 2014 informiert.

Zu Beginn hat das NMU anhand eines bebilderten Vortrags die aktuelle Situation erläutert und die bisherigen Ergebnisse der Prüfung vorgestellt.

Der Betreiber hat dem Ausschuss gegenüber ausgeführt, dass die Feuchtigkeit im Lager auf Kondensationsprozesse zurückzuführen sei. Kondensation tritt auf, wenn warme Luft mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt über eine kalte Oberfläche, wie die von einem Behälter, strömt. Sichtbar wird dieser Prozess durch den Niederschlag von Wasser an kalten Oberflächen.

Um diesen Feuchtigkeitseintrag in Zukunft zu verhindern, habe der Betreiber bereits eine Reihe von organisatorischen Maßnahmen initiiert.

Das NMU hat darauf verwiesen, dass die Prüfung durch die Aufsichtsbehörde noch nicht abgeschlossen ist, da erst vor einer Woche weitere Unterlagen des Betreibers vorgelegt wurden. Solange die Prüfung noch nicht abgeschlossen ist, wird es auch keine weiteren Einlagerungen in das ALG geben.

Zur Frage der Farbabplatzungen an dickwandigen Behältern hat der Betreiber erklärt, dass nach der Trocknung der beladenen Behälter Verfärbungen festgestellt wurden, die aus rein optischen Gründen mit einer Deckschicht versehen wurden. Diese wurde allerdings unsachgemäß aufgebracht, was jetzt zu den Farbabplatzungen führe.

Der Betreiber kann einen Zusammenhang zwischen der Feuchtigkeit im Lager und den Farbabplatzungen nicht ausschließen, so dass auch dieser Sachverhalt noch weiter zu prüfen ist.

Das erklärte Ziel der Aufsichtsbehörde ist es, schnellstmöglich dafür zu sorgen, dass der Eintrag von Feuchtigkeit in das ALG zukünftig verhindert wird.

Vor dem Hintergrund der längeren Zwischenlagerzeit ist es mit Blick auf die festgestellten Auffälligkeiten aus Sicht der Aufsichtsbehörde erforderlich, dass das Inspektionskonzept des Betreibers überarbeitet wird. Dies schließt eine lückenlose Dokumentation (insbesondere mit Vergleichsfotos) ein.

Als Folge der Vorkommnisse im ALG wird die Aufsichtsbehörde ihre Präsenz vor Ort erhöhen und die zukünftigen Inspektionen des Betreibers durch eigene Kontrollgänge begleiten.

Weitere Hintergrundinformationen finden Sie hier

Artikel-Informationen

19.03.2015

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