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Abfalllager Gorleben (ALG)

Im Abfalllager Gorleben werden radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung zwischengelagert, die vor allem aus dem Betrieb der deutschen Atomkraftwerke stammen. Die Aufbewahrung der konditionierten Abfälle erfolgt in für die Zwischenlagerung zugelassenen Abfallbehältern wie z.B. Konrad-Containern und Rundbehältern aus Stahl, Beton oder Gusseisen. Es dürfen nur Abfallgebinde eingelagert werden, die den Technischen Annahmebedingungen des ALG entsprechen. Das ALG wird von der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung mbH (BGZ) betrieben.
Die Erfassung der radioaktiven Abfälle vom Anfall über die Vorbehandlung die Konditionierung den Transport und die Lagerorte zur Zwischenlagerung sowie die spätere Ablieferung an ein Bundesendlager erfolgen gem. Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) und der Abfallkontrollrichtlinie des BMUB vom 19.11.2008 in einem rechnergestützten Abfallfluss-Verfolgungs- und Produkt-Kontrollsystem (AVK).

Die Grundlage für den Betrieb des ALG ist die Ursprungsgenehmigung nach § 3 (heute §7) Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) vom 27.10.1983, zuletzt geändert durch den Nachtrag XII vom 23.12.2008. Die Genehmigung inklusive ihrer Nachträge umfasst nur die Zwischenlagerung und die mit der Zwischenlagerung zusammenhängenden Tätigkeiten in der Lagerhalle mit sonstigen radioaktiven Stoffen. Diese dürfen nur konditioniert und in zugelassenen Abfallbehältern zwischengelagert werden. Das zulässige Aktivitätsinventar des Abfalllagers Gorleben ist auf 5 x 10E18 Bq begrenzt.

Seit dem 26. Februar 2014 ist das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU) die zuständige Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde. Die Genehmigungs- und Aufsichtsverfahren werden von externen Sachverständigen begleitet.

Im Jahr 1999 wurde für das ALG eine auf 20 Jahre befristete Genehmigung zur Aufbewahrung von 1.309 Fässern erteilt, die aufgrund der Schließung des Endlagers Morsleben (ERAM) dort nicht mehr eingelagert werden konnten. Bis Mitte 2019 werden daher alle im ALG eingelagerten Fässer ausgelagert. Im Rahmen der Auslagerung wurden alle Fässer vorab einer 100%-igen visuellen Inspektion unterzogen. Das MU wurde dabei von seinem Sachverständigen unterstützt.

Als Konsequenz aus der Entdeckung von Fässern mit Korrosionsbefunden im ALG hat der Betreiber Mitte 2018 ein Überwachungskonzept vorgelegt. Das Konzept sieht sowohl den Einsatz eines fahrbaren Kamerasystems als auch die qualifizierte Inspektion an sog. „Referenzgebinden“ vor. Zur Verringerung der relativen Luftfeuchtigkeit im Abfalllager hat der Betreiber darüber hinaus das Projekt Klimatisierung ALG gestartet.


Artikel-Informationen

16.11.2018

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