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Arbeitsmarktpolitik in Niedersachsen

In einem Rückblick auf die vergangenen Jahre hat sich der niedersächsische Arbeitsmarkt sehr positiv entwickelt. Die Zahl der Erwerbstätigen und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreichte zu Beginn des Jahres 2020 ein neues Rekordhoch. Die Arbeitslosigkeit war so gering wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen, älteren Men­schen und Langzeitarbeitslosen konnten weitere Fortschritte erzielt werden. Zudem hat die Erwerbsbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund in 2019 den höchsten Stand der vergangenen 10 Jahre erreicht.

In Folge der Corona-Krise zeichnet sich seit März 2020 eine Trendwende am niedersächsischen Arbeitsmarkt ab. Die Arbeitslosigkeit ist deutlich angestiegen. 80.000 niedersächsische Betriebe haben bis Mitte Juli 2020 für bis zu 1,1 Million Beschäftigte Kurzarbeit bei den örtlichen Arbeitsagenturen angezeigt. Diese gewaltigen Zahlen verdeutlichen zum einen, dass von dieser Krise nahezu alle Branchen betroffen sind. Zum anderen signalisieren sie eine starke Bereitschaft vieler Unternehmen, Entlassungen zu vermeiden und Beschäftigte zu halten. So können die Betriebe, wenn die Wirtschaft wieder anläuft, auf ihr eigenes Reservoir an Fachkräften zurückgreifen.

Während der Corona-Pandemie sind in sehr kurzer Zeit viele Initiativen der niedersächsischen Landesregierung gestartet worden, um die Krise zu bewältigen, die Unternehmen zu stützen und Arbeits- und Ausbildungsplätze zu erhalten. Zwar lässt die Corona-Pandemie den Personalbedarf der Wirtschaft aktuell kräftig schrumpfen, jedoch wird nach dem schrittweisen Hochfahren der Wirtschaft auch der Fachkräftemangel in vielen Branchen wieder spürbarer werden.

Denn die demografische Entwicklung ist eine Konstante, die den Arbeitsmarkt auch weiterhin maßgeblich beeinflussen wird. Zudem hat der Strukturwandel im Zuge der digitalen und ökologischen Transformation noch einmal deutlich an Fahrt hinzugewonnen. Beiden Trends gemeinsam ist ein weiter zunehmender Bedarf an qualifizierten und hochqualifizierten Fachkräften. Deshalb bleibt die Sicherung des aktuellen und zukünftigen Fachkräftebedarfs eine der großen bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen. Es gilt, das bisher Erreichte zu festigen und weitere Möglichkeiten zur Fachkräftesicherung auszuschöpfen.

Die COVID-19-Pandemie und ihre Folgen werden sich in vielfältiger Weise und nachhaltig auf die Arbeitswelt auswirken. Zu nennen ist hier zum einen die Digitalisierung, die in den nächsten Jahren zu großen Umwälzungen in der Arbeitswelt führen wird. Die derzeitige Krise verdeutlicht insbesondere aber auch das Erfordernis der stärkeren Aktivierung des Erwerbstätigenpotenzials von Frauen, die von den Folgen der Krise häufig stärker betroffen und belastet sind, sowie die Notwendigkeit „systemrelevanten“ Berufen mehr gesellschaftliche Anerkennung zukommen zu lassen, was sich in einer besseren Bezahlung und guten Arbeitsbedingungen niederschlagen muss.

Die Landesregierung leitet zur Bewältigung dieser und weiterer Herausforderungen klare arbeitsmarktpolitische Schwerpunkte ab: Der eine ist das Feld der Fachkräftesicherung – auch aus Drittstaaten -, wo es deutlich zuzulegen gilt. Gleichzeitig leistet eine Aktive Arbeitsförderung einen Beitrag für sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze, verbessert den sozialen Zusammenhalt und wirkt der Spaltung des Arbeitsmarktes entgegen. Daneben ist die Arbeitsmarktpolitik darauf ausgerichtet die Qualität der Beschäftigung bzw. die Arbeitsbedingungen (weiter) zu verbessern.

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