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Empfehlungen des Landesjugendhilfeausschusses für eine erfolgreiche Schulbildung, Ausbildung und Arbeitsmarktintegration junger Geflüchteter in Niedersachsen

Bildung und Ausbildung sind wichtige Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Flüchtlingszahlen in den letzten Jahren hat sich der Landesjugendhilfeausschuss intensiv mit der Situationjunger Geflüchteter und ihren Zugangsmöglichkeiten zum Spracherwerb, zu Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt in Niedersachsen befasst.

Dabei wurden sowohl Kinder und Jugendliche in den Blick genommen, die mit ihrer Familie einreisen, als auch Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene, die alleine nach Deutschland gekommen sind.

Ein intensiver Austausch mit diversen Gesprächspartnerinnen und Partnern aus unterschiedlichen Bereichen diente dazu festzustellen, wie sich Zugänge und Barrieren für diese Zielgruppe in Niedersachsen darstellen. Immer wieder wurden den Mitgliedern Beispiele zugetragen, in denen junge Menschen durch das vorgesehene Netz gefallen sind oder bestimmte Zugänge vom Engagement einzelner Personen abhängig waren. Viele der nach Deutschland geflüchteten jungen Menschen scheitern neben dem Mangel an ausreichenden Ressourcen im Bereich der Sprachförderung, Bildung und Ausbildung und den Regelungen im Asylbeschleunigungsgesetz an den bestehenden Regelungen und Zuständigkeiten der unterschiedlichen Behörden und Institutionen in Deutschland. Insbesondere die Gruppe der jungen geflüchteten Menschen, die nicht mehr schulpflichtig sind und der aufgrund ihrer Herkunftsländer keine „gute Bleibeperspektive“ zugesprochen wird, muss in der Regel über ein Jahr warten, bevor sie mit Sprachkursen, Bildung und Ausbildung beginnen können. Die Berufsbildenden Schulen fühlen sich insbesondere bei knappen Ressourcen nicht mehr zuständig, das Jobcenter ist (noch) nicht zuständig. Die Bundesagentur für Arbeit wäre formal zuständig, unterbreitet aber keine adäquaten Angebote in ausreichender Zahl.

Der Landesjugendhilfeausschuss ist der Auffassung, dass alle Kinder und Jugendlichen in Niedersachsen Chancen auf einen gleichen Bildungszugang haben müssen. Das Recht auf Schule muss für alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen umgesetzt werden. Und zwar von Anfang an, auch in Erstaufnahmeeinrichtungen.

Das Positionspapier des Landesjugendhilfeausschusses wurde an die Landesregierung, die Kommunalen Spitzenverbände, Handwerks- und Industrie- und Handelskammern, Unternehmerverbände sowie an die im Landesjugendhilfeausschuss vertretenden Landtagsabgeordneten versendet. Weiterhin wurde das Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft der Jugendämter Niedersachsen und Bremen sowie der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege zur Kenntnis gegeben.

Das Positionspapier können Sie hier herunterladen:

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