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Expertengespräch: Politische Bildung als Auftrag der Jugendarbeit

Fachkräfte diskutieren über politische Bildung in der Jugendarbeit  

Am 30. August 2016 veranstaltete das Landesjugendamt ein Expertengespräch zum Thema "Politische Bildung als Auftrag der Jugendarbeit" im Tagungshaus St. Clemens in Hannover.

Andrea Berger-Nowak (Nds. Landesjugendamt) berichtete in ihrer Begrüßung über die große Resonanz und die ressortübergreifende Zusammenarbeit im Vorfeld der Veranstaltung. Dr. Hans-Joachim Heuer (Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung) informierte über aktuellen Themen und Vorhaben des Landes Niedersachsen und der Bundesregierung und stellte den Bezug zu dem gesetzlichen Auftrag der Jugendarbeit nach § 11 SGB VIII der politischen Bildung als außerschulische Jugendbildung her. Mit der Einsetzung der Landeszentrale für politische Bildung Niedersachsen in der Zuständigkeit des MWK soll eine nachhaltige Angebotsvielfalt entstehen. Das Landesjugendamt sei mit dieser Veranstaltung gut aufgestellt. Die folgenden Expertenrunden wurden von Andrea Grimm (Ev. Akademie Loccum) moderiert. In der ersten Expertenrunde - bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der politischen Bildung - führte sie diese von der Frage nach Herausforderungen in der jeweiligen Institution bis hin zu Forderungen für den Bereich der politischen Bildung. Reinhard Koch (ARUG Braunschweig), Christian Hantel (beRaten e.V.), Daniela Schlicht (Nds. Verfassungsschutz), Burak Yilmaz (HeRoes Duisburg) und Dr. Jochen Walter (Nds. Kultusministerium) waren sich einig, dass es u.a. einer stärkeren Vernetzung der verschiedenen Akteure der politischen Bildung und der Jugendbildung bedarf. Zudem wurde herausgestellt, dass es notwendig sei Jugendlichen Erfahrungswelten zu schaffen. In der zweiten Expertenrunde, in der mit Monika Schlegel (Stadt Braunschweig), Björn Bertram (Nds. Landesjugendring), Lennart Kutzner (Nds. Jugendfeuerwehr) und Gregor Dehmel (Politik zum Anfassen e.V.) Akteure der Jugendarbeit vertreten waren, wurde deutlich, dass Beteiligung und politische Bildung untrennbar miteinander verbunden sind. Prof. Dr. Wolfgang Schröer zeigte anschließend die Herausforderungen auf, mit denen sich die politische Jugendbildung beschäftigen müsse. Es dürfe nicht immer nur projektbezogene Arbeit der politischen Bildung geben, sondern es bedürfe einer Regelstruktur, in der eine „konfliktfähige Positionskultur“ ebenso vorhanden ist, wie die Umsetzung der gesetzlich geregelten Beteiligungsrechte der Kinder und Jugendlichen. Die zentralen Lebensbereiche der Kinder und Jugendlichen müssen durch Mitbestimmung geprägt sein. Wolfgang Schröer warf darüber hinaus die Frage auf, was politische Bildung in einer von Diversität geprägten Gesellschaft bedeute. Diese und weitere Fragen wurden in der dritten Expertenrunde, bestehend aus den Teilnehmenden und den bereits zu Wort gekommenen Expertinnen und Experten erörtert und vorgestellt. Im Mittelpunkt stand die Jugendarbeit mit ihrem gesetzlichen Auftrag der außerschulischen politischen Jugendbildung.

Nach dem erfolgreichen Expertengespräch wird das Landesjugendamt in Kürze das Ergebnispapier veröffentlichen und am 16. Februar 2017 darauf aufbauend einen Fachtag in der Akademie des Sports in Hannnover durchführen.



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