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Qualifizierung in der Kindertagespflege


Voraussetzung für eine Tätigkeit in der Kindertagespflege ist die Erteilung einer Pflegeerlaubnis nach § 43 SGB VIII durch den örtlichen Träger der Jugendhilfe. Hierfür müssen u.a. vertiefte Kenntnisse hinsichtlich der Anforderungen der Kindertagespflege erworben werden. Dies erfolgt i.d.R. durch eine Grundqualifizierung im Umfang von mindestens 160 Stunden.

Grundqualifizierung von Kindertagespflegepersonen

Die örtlichen Träger der Jugendhilfe koordinieren in ihren Zuständigkeitsbereichen die Qualifizierung in Kooperation mit lokalen Bildungsträgern. Für die Grundqualifikation wurde 2015 im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) das kompetenzorientierte Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege (QHB) entwickelt, welches den gestiegenen Anforderungen an die Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen Rechnung trägt. Es sieht eine Qualifizierung mit einer tätigkeitsvorbereitenden Phase (160 UE) und einer tätigkeitsbegleitenden Phase (140 UE) vor. Hinzu kommen ein 80 Stunden umfassendes Praktikum sowie 140 UE in Form von Selbstlerneinheiten. Mit Abschluss der Grundqualifikation kann das durch den Bundesverband für Kindertagespflege e.V. vergebene Zertifikat „Qualifizierte Kindertagespflegeperson“ erworben werden.


Weiterbildung von Kindertagespflegepersonen

An die Grundqualifikation nach dem QHB können Kindertagespflegepersonen zudem noch die niedersächsische Aufbauqualifizierung Kindertagespflege in Ergänzung zum QHB anschließen. Das Rahmencurriculum umfasst 120 UE und zielt darauf ab, die Handlungskompetenzen von Kindertagespflegepersonen in den Bereichen Eltern- und Familienbildung, Organisation und Management, sozialräumliche Vernetzung und in der pädagogischen Arbeit mit dem Kind zu stärken.

Kindertagespflegepersonen, die noch eine Qualifizierung nach dem DJI-Curriculum im Umfang von 160 UE erworben haben, können ebenfalls eine niedersächsische Aufbauqualifizierung Kindertagespflege im Umfang von 400 UE absolvieren.

Mit der Absolvierung einer Aufbauqualifizierung Kindertagespflege kann, sofern die persönlichen Voraussetzungen vorliegen, auch ein Quereinstieg in die Klasse 2 der Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistentin / zum sozialpädagogischen Assistenten an Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen ermöglicht und somit ein Berufsabschluss als Pädagogische Assistenzkraft nach § 9 Abs. 3 Nr. 1 NKiTaG erworben werden, der auch den Berufszugang in die Kindertagesstätte eröffnet.

Fortbildung von Kindertagespflegepersonen

Kindertagespflegepersonen sollen ihre Kompetenzen fortlaufend sichern und ausbauen, um ihrem Auftrag von Bildung, Betreuung und Erziehung gerecht zu werden. Kontinuierliche Fortbildungen eröffnen neue fachliche Horizonte, unterstützen die Reflexion des eigenen pädagogischen Handelns sowie den kollegialen Austausch zwischen Kindertagespflegepersonen. Fortbildung gewährleisten somit die Qualität der Betreuungsangebote. Das Land Niedersachsen gewährt den örtlichen Träger eine Finanzhilfe für Kindertagespflegepersonen, die jährlich mindestens 24 UE fachliche Fortbildung absolvieren.
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