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Der Juliane Bartel Medienpreis 2019

Gleichstellung in Fernsehen, Hörfunk und Online


Video-Rückblick: Die Juliane Bartel Medienpreisverleihung 2019 in voller Länge

Bei der Verleihung des Juliane Bartel Medienpreises 2019 waren Medienschaffende aus den Bereichen Fernsehen, Hörfunk und Online für herausragende Beiträge ausgezeichnet worden, mit denen sie Rollenklischees auf ernsthafte oder lustige Art hinterfragen oder die Diskriminierung von Frauen entlarven. Mit 134 Einreichungen in den Kategorien Hörfunk und Fernsehen und 30 Beiträgen in der Online-Kategorie war die Resonanz 2019 besonders groß. Ministerin Carola Reimann zeigte sich von der Qualität und der Vielfalt der Beiträge begeistert.

Die Preisverleihung fand am 26. November 2019 im NDR Landesfunkhaus in Hannover statt. Die Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbs wurden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft geehrt. Der Juliane Bartel Medienpreis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert.


Ausgezeichnet wurden:


Kategorie: Fernsehfilm und Fernsehserie

Pussy Terror TV (Sendung 2/2019)

43´30 min, Das Erste/WDR

AutorInnen: Claudius Pläging und Team

Ein Emoji für Menstruation und eine Luxussteuer auf Hygieneartikel. Carolin Kebekus bricht satirisch eine Lanze für alle Frauen und greift Themen auf, mit denen sich Frauen immer wieder befassen müssen. Dabei bleibt sie konsequent in der weiblichen Perspektive. In ihrer zweiten Sendung im Jahr 2019 thematisiert sie die Diskriminierung von Frauen in unserer Gesellschaft – sowohl im Alltag als auch auf der großen politischen Bühne.

Kebekus erzählt davon, wie Frauen sind und räumt auf sehr humoristische und teils ironische Weise mit Vorurteilen auf, ohne dabei persönlich angreifend zu werden.


Kategorie: Dokumentation, Reportage, Feature, Magazinbeitrag (mit einer Länge von mehr als 10 Minuten)

bauhausfrauen

43´40 min, rbb

Autorin: Susanne Radelhof

In der Geschichte des Bauhauses anlässlich des 100jährigen Bestehens wird das Werk der Bauhausfrauen oft nur am Rande erzählt, obgleich eine der wesentlichen Ideen der Bauhausbewegung die Schaffung eines neuen Menschenbildes und damit einhergehend die Gleichberechtigung der Frau war. Dennoch wurden die Frauen am Bauhaus bewusst kleingehalten, obgleich sie in großer Zahl eingeschrieben waren und von Anfang an nicht nur den Stil mit prägten, sondern einen maßgeblichen Anteil an der Außendarstellung hatten.

Susanne Radelhof arbeitet nun in 45 Minuten das Werk der Bauhausfrauen auf, die den Stil des weltberühmten Bauhauses entscheidend mitgeprägt haben und ohne die der Erfolg undenkbar gewesen wäre. Durch die geschickte Kombination aus Archivmaterial, Tagebucheinträgen und Gesprächen mit Nachfahren und Nachfahrinnen der Frauen lässt der Film den Zuschauer intensiv an der Geschichte und dem Lebenswerk der Bauhausfrauen teilhaben.


Kategorie: Dokumentation, Reportage, Feature, Magazinbeitrag (mit einer Länge bis 10 Minuten)

Mit Witz gegen den Schönheitswahn - Frauen wehren sich auf Instagram

4´22 min, NDR

AutorInnen: Nils Altland und Lisa Hagen

Nils Altland und Lisa Hagen begleiten die Instagram-Aktivistin Melodie Michelberger, die im Netz gegen den vorgelebten Schönheitswahn rebellieren. In einem sehr kurzweiligen Fernsehstück zeigen die Autoren, welche Gendervorstellungen Frauen in den sozialen Netzwerken vorgelebt werden und welche Auswirkungen dies auf das Selbstbild von Frauen hat. Inspiriert von der Instagram-Aktivistin Celeste Barber, stellt auch sie sich diesem Wahn rebellisch entgegen und zeigt in Parodien prominenter Selbstinszenierungen, was Frauen wirklich ausmacht: Zum eigenen Körper stehen und sich nicht „optimieren“ zu lassen.

Ihre Follower bezeichnen sie dafür als „mutig“. Sie selbst findet es traurig, dass Mut dazu gehören soll, sich einfach selbst zu mögen.


Kategorie: Online

„Wie sehr bestimmt das Geschlecht mein Leben?“ (6-Teiler)

65´56 min.

AutorInnen: Michael Bartlewski, Verena Fücker, Samira Schütz, Frank Seibert

Die Nominierten sagen dazu: "In diesem YouTube-Reportage-Format versucht „Die Frage“-Reporter Frank Seibert in insgesamt sechs Folgen die Frage „Wie sehr bestimmt das Geschlecht mein Leben?“ zu beantworten. Ziel war es dabei, Geschlechterklischees zu hinterfragen und zu überwinden, um so etwas für eine gerechtere und gleichberechtigte Gesellschaft beizutragen. Es handelt sich um eine geschlossene Reihe, die schließlich zur Beantwortung der Frage führt.

Unter den einzelnen Folgen wird mit der Community diskutiert, Feedback eingeholt und das Thema weiter eingeordnet.“


Kategorie: Hörfunk (zwei PreisträgerInnen)

Kopftuchlos in Teheran

29´45 min, rbb 2018

Autorin: Weronika Bohusz

Dieses Hörfunkstück punktet durch seinen Hörspielcharakter und den internationalen Bezug. Weronika Bohusz geht mit einem Beispiel voran, das von einer mutigen und starken Frau in Teheran erzählt, die sich gemeinsam mit anderen den Konventionen wiedersetzt und für ihre Rechte und die Gleichstellung mit den Männern der iranischen Gesellschaft kämpft.

Sie tut es mit allen Konsequenzen und scheut auch nicht die politische Verfolgung. Ein beeindruckendes Beispiel für mutiges Eintreten für die eigenen Rechte als Frau in einer restriktiven Gesellschaft, die von der Sharia diktiert wird.


Schwangerschaftsabbruch - Ein Tabu und seine Folgen

44´00 min, DLF/SR

Autorin: Dr. Gaby Mayr

Schwangerschaftsabbrüche sind auch heute noch ein Tabu in Deutschland. In rund 45 Minuten setzt sich Dr. Gaby Mayr mit der aktuellen Situation für Frauen, die abtreiben wollen, auseinander. Sie spricht mit den betroffenen Frauen, mit JuristInnen und ÄrztInnen und versucht Transparenz im undurchsichtigen System rund um das Thema Abtreibung zu schaffen.

Die schwerwiegenden Folgen des Tabus:

Wissenschaftliche Studien zum Thema Schwangerschaftsabbruch werden in Deutschland im Gegensatz beispielsweise zu Großbritannien nicht durchgeführt. In der medizinischen Ausbildung wird die Methode des Schwangerschaftsabbruches überwiegend nicht gelehrt, die öffentliche Diskussion entbehrt jeglicher Sachlichkeit bis hin zur Anfeindung von Ärztinnen und Ärzten, die Abtreibungen vornehmen. In der juristischen Ausbildung wird einseitig die Perspektive der Schutzbedürftigkeit des Embryos vermittelt, nicht aber die Perspektive der betroffenen Frau. Keine gute Voraussetzung für eine Strafrechtsreform.

Bildergalerie
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Logo Juliane Bartel Medienpreis

Traditionsreich: Den Juliane Bartel Medienpreis gibt es seit 2001.

So schön war die Preisverleihung in diesem Jahr (Video):

 

Die Kooperationspartner

kp  

Video: Die Nominierten in der Kategorie "Fernsehfilm und -serie"

 

Video: Die Nominierten in der Kategorie "Beiträge bis 10 Minuten"

 

Video: Die Nominierten in der Kategorie "Beiträge ab 10 Minuten"

 

Video: Die Nominierten in der Kategorie "Hörfunk"

 

Video: Die Nominierten in der Kategorie "Online"

 

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