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Niedersächsischer Weg schafft hier und jetzt mehr Natur- und Artenschutz

Der Niedersächsische Weg ist ein einmaliger Erfolg, Politik geht hier einen ganz neuen Weg. Naturschutz und Landwirtschaft werden eingebunden, für den Interessenausgleich zwischen den Beteiligten ist das ein Riesen-Gewinn.
Für die Ergebnisse und beschlossenen Maßnahmen haben alle Partner Zugeständnisse gemacht. Aber diese Einigung ist historisch einmalig und alle finden sich darin wieder. Natur- und Artenschutz hat in Niedersachsen einen in seiner bisherigen Geschichte nie gekannten Stellenwert. Und hinzu kommt: Durch den Landtag wurde noch nie mehr Geld für den Naturschutz bereitgestellt!

Einige Vereinbarungen im Überblick:

Rahmenbedingungen für einen landesweiten Biotopverbund
In der "Bilanzierung und Umsetzung des landesweiten Biotopverbunds“ werden die vielen Landschaftselemente benannt, die zur Vernetzung der Biotope beitragen können. Es wurden Kriterien erarbeitet, um ein Biotop zum Verbund zu zählen. Zudem werden Maßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung des Biotopverbunds zukünftig gefördert.

Die „Vor-Ort Gebietsbetreuung“ legt die Aufgaben und Anforderungen für die bereits angekündigten 15 neuen Ökologischen Stationen in Natura 2000-Gebieten fest.

Landwirte schützen Wiesenvögel
Der Wiesenvogelschutz hat mit der Vereinbarung einen neuen Rahmen erhalten. Zukünftig werden Landwirte freiwillig zum Schutz von Wiesenbrütern später mähen und Gelege- und Kükenschutz durchführen. Hierfür werden sie angemessen bezahlt. Das Programm des Landes zum Wiesenvogelschutz wird bis Ende 2021 vorgelegt werden.

Ein erweitertes Beratungsangebot zum Biotop- und Artenschutz für die Landwirtschaft wurde entwickelt. Landwirt*innen erfahren hier, wie sie mit z.T. einfachen Mitteln mehr Natur- und Artenschutz auf ihren Flächen umsetzen können. Die Beratung erstreckt sich auch auf passende Fördermöglichkeiten.

Schneller zu mehr ökologischer Landwirtschaft
Die Vertragspartner haben sich auf ambitionierte Ausbauziele geeinigt: 10 Prozent ökologischer Landbau in Niedersachsen bis 2025 und sogar 15 Prozent bis 2030. Diesen Prozess unterstützt das Land mit einem umfangreichen Bündel an zusätzlichen Beratungs- und Förderangeboten. Auf den landeseigenen Flächen wird der Umbau zu einer ökologischen Bewirtschaftung verbindlich vorgegeben. Auch eine klimaschonende Bewirtschaftung soll finanziell gefördert werden.

Naturnahe Ufer für Flüsse und Bäche
Für die Neugestaltung von Gewässerrandstreifen wurde ein Gesamtpaket im Sinne der im Vertrag festgehaltenen Eckpunkte beschlossen (Änderung des WHG und Eckpunkte für die Verordnung zu Ausnahmen). Eine Besonderheit dabei ist die Einführung eines „grünen Meters“ in Regionen mit besonders hoher Gewässerdichte, der mit einem Begrünungsgebot bzw. Pflugverbot bei Acker belegt ist. Darüber hinaus wurden für Futterbauflächen spezielle Regelungen getroffen.

Mehr Wildnis im Wald
Ab 2021wird schrittweise ein Wildnisgebiet "Wälder im östlichen Solling (FFH-Gebiet 131)" mit insgesamt 1.020 Hektar entwickelt. Das Gebiet liegt komplett eingebettet in andere Waldbereiche, so dass es keine störenden Randeffekte gibt. Mindestens die Hälfte der Buchenbestände sind über 150 Jahre alt. Damit ergibt sich ein großer, zusammenhängender Altholzkomplex und ein Refugium für Spechte, Käuze, Schwarzstorch, Wildkatze, Luchs und Fledermäuse sowie zahlreche Insekten-, Pilz- und Pflanzenarten.

Konsequente Verringerung des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel
Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Landschaftsschutzgebieten, die ein Natura-2000-Gebiet sichern, und in Naturschutzgebieten ist auf Dauergrünland grundsätzlich untersagt und auf Ackerflächen zu reduzieren. Das Land wird bis Mitte 2021 konkrete und verbindliche Reduktionsziele für alle landwirtschaftlichen Flächen vorlegen.

Für die Leistungen, die die Landwirtschaft erbringt, gibt es einen angemessenen Ausgleich.

Noch sind nicht alle Themen des Niedersächsischen Weges final bearbeitet worden. Offen sind noch die erweiterten Regelungen für den Erschwernisausgleich, und Programme und Förderdetails für Wiesenvogelschutz und Insektenvielfalt. Auch die Details des Reduktionsprogramms für Pflanzenschutzmittel werden über das Jahr 2021 weiter ausgearbeitet und – wie im Niedersächsischen Weg fixiert - Ende 2021 vorgestellt.

Zu Punkt 15 der Vereinbarung, dem Dialog zum Wert unserer Lebensmittel, hat eine erste Veranstaltung gemeinsam mit dem Lebensmittelhandel und vielen weiteren Akteuren stattgefunden.


Mehr Informationen zum Niedersächsischen Weg auf www.niedersachsen.de
und unter: www.artenretter-niedersachsen.de

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