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Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

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28.05.2020

Genehmigung für Maßnahmen zum Wiesenvogelschutz im Emsland liegt vor

Die von der Naturschutzstation aufgestellten Pläne zur Schaffung bzw. Verbesserung von Wiesenvogellebensräumen in der Gemeinde Rhede (Ems) wurden jetzt durch die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland genehmigt. Auf einer knapp 11 ha großen Fläche, die im Rahmen des Masterplan Ems 2050 (siehe unten) erworben wurde, sollen nun ab Juli die Bagger anrollen. Unter anderem werden flache Mulden, sogenannte Blänken, die im Winter und im Frühjahr das Niederschlagswasser halten, geschaffen. Außerdem werden an mehreren Stellen regelbare Staueinrichtungen eingebaut. Diese halten die Flächen während der Brut- und Aufzuchtzeit für die Wiesenvögel feucht und „stocherfähig“, ermöglichen zum Sommer hin aber auch ein Absenken der Wasserstände zur besseren landwirtschaftlichen Bewirtschaftung. Entsprechende Pachtverträge zur extensiven Nutzung wurden mit den Landwirten vor Ort bereits abgeschlossen.

Hintergrund: Im Rahmen des Masterplan-Ems 2050 werden in verschiedenen binnendeichs gelegenen Zielgebieten entlang der Ems Flächen als Lebensraum für Wiesenvögel wie Kiebitz und Uferschnepfe optimiert, so auch zwischen der Ortschaft Rhede (Ems) und dem Flaarsee. Dies geschieht als Ausgleich für mögliche Verluste von Wiesen und Weiden mit Bedeutung für Wiesenvögel bei der gewünschten Entwicklung von ästuartypischen Lebensräumen an der Ems, wie z. B. Prielsysteme, Röhrichte und Auengehölze, die nicht von Wiesenvögeln besiedelt werden.

 
Das insgesamt rund 10,7 ha große Plangebiet (rote Umrandung) liegt südlich der Gemeinde Rhede (Ems) im Landschaftsschutzgebiet „Rhede-Flaar“, das seinerseits Bestandteil des EU-Vogelschutzgebiets „Emstal von Lathen bis Papenburg“ ist.
 
Plangebiet mit Einzelmaßnahmen
 
Plangebiet mit Blick vom Südrand Richtung Rhede mit der Nikolauskirche am Horizont
 
Der Kiebitz ist eine der „Zielarten“ der Maßnahme. Der Charaktervogel feuchter Niederungen mit weitläufigen Wiesen und Weiden geht seit Jahren in seinem Bestand zurück.

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18.05.2020

Gänsebrut auf Bingumer Sand: Videosequenzen zeigen dramatische Momente

Im Schnitt dreieinhalb Wochen vergehen zwischen Eiablage und Schlupf brütender Weißwangengänse. Dreieinhalb Wochen, die für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Naturschutzstation mitunter alles andere als langweilig sind. Denn die Aufzeichnungen der Bingumer Inselkamera, die über Funk und Internet in die Station übertragen werden, warten immer wieder mit plötzlichen Wendungen auf. So trafen Ende vergangener Woche besonders spannende Videoclips vom Geschehen rund um die Gänsebrut ein.

(Videos ggf. mit Klick auf rechter Maustaste "Link öffnen" oder „Link in neuem Fenster öffnen“ starten.)

 
Unweit des Weißwangennestes wird ein Vogelkadaver entdeckt. Rabenkrähen und Heringsmöwen zeigen Interesse an den Überresten einer Mahlzeit, die offensichtlich aber einem anderen gehört…
 
Ein Seeadler kehrt zu seiner Beute zurück. Größe und Flügelfedern deuten auf eine Weißwangengans als Opfer. Beim Fressen ignoriert der mächtige Vogel Vertreibungsversuche von Möwen und Krähen. Kurz danach nimmt der Adler die Reste und fliegt davon.
 
Neues Leben und plötzlicher Tod liegen dicht beieinander: Links der Adler-Rupfplatz, oben das Nest einer Lachmöwe und unten rechts „unser“ brütendes Weibchen. Hat es bei der Attacke seinen Partner verloren?
 
Doch das Männchen lebt! Schnatternd begrüßt es die Gefährtin auf dem Nest.
 
15.05.: Sonnenaufgang nach einer frostigen Nacht auf Bingumer Sand

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14.05.2020

In Nahaufnahme: brütende Weißwangengänse auf Bingumer Sand

Seit etwa zehn Tagen brütet eine Weißwangengans nur wenige Meter von einem alten Strommastsockel entfernt, auf dem die von den Naturschutzverbänden WWF, BUND und NABU installierte Inselkamera positioniert ist. Da die WebCam von der Naturschutzstation aus steuerbar ist, soll das Brut- und Aufzuchtgeschehen dieses Paares in den kommenden Wochen zusammenhängend dokumentiert und für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

(Videos ggf. mit Klick auf rechter Maustaste "Link öffnen" oder "Link in neuem Fenster öffnen" starten.)

 
06.05.: vor einigen Tagen haben die Weißwangengänse diesen Nistplatz in unmittelbarer Nähe des Kamerastandortes gewählt. Deutlich sind 3 Eier zu erkennen.
 
08.05: Das Gelege ist auf vier Eier angewachsen.
 
08.05.: Bei Weißwangengänsen brütet nur das Weibchen. Wenn es zum Fressen das Gelege allein lassen muss, wird dieses vorher sorgfältig abgedeckt.
 
10.05.: Deutlich ist ein fünftes Ei im Nest zu erkennen. Immer wieder dreht das Weibchen behutsam die einzelnen Eier.

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08.05.2020

Gänsenachwuchs und -verluste auf Bingumer Sand

Auch in der Naturschutzstation gelten natürlich die Kontakteinschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie, eine Öffentlichkeitsarbeit mit Publikumsverkehr ist derzeit nicht möglich. Umso erfreuter sind die Stationsmitarbeiter, dass ehrenamtliche Kolleg*innen, die die Videos der Insel-Kamera sichten und auswerten, auch in diesen schwierigen Zeiten bereit sind, außerhalb der Dienstzeiten am Wochenende mal auf die Insel zu schauen.

Und da gibt es mitten in der Brutzeit natürlich einiges zu entdecken. So gelang der Leeranerin Angelika Pfirrmann am letzten Wochenende die erste Aufnahme geschlüpfter Gänseküken. Dass oftmals aber nicht alle gelegten Eier zum Schlupf gelangen und auch auf Bingumer Sand „Fressen und gefressen werden“ gilt, zeigen weitere Clips.

 
Die Grauganseltern führen die geschlüpften Kleinen zum Grabenteich im Süden der Insel.
 
An anderer Stelle hat eine Rabenkrähe ein Gänseei entwendet – und wird auf frischer Tat von den Graugans-Eltern ertappt. Deren Versuche, das Ei ins Nest zurück zu bugsieren, werden aber aufgegeben.
 
Auch eine Heringsmöwe interessiert sich für den Leckerbissen. Ihr Schnabel ist offensichtlich groß genug für das Ei. Im Abflug mit der Beute wird sie von der Rabenkrähe noch verfolgt.
 
Unmittelbar am Kamerastandort hat vor einer Woche eine Weißwangengans ihr Nest gebaut. Drei Eier sind zu erkennen – ob sie zum Schlupf gelangen, wird weiter zu beobachten sein!

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04.05.2020

Grünflächen im Eingangsbereich der Naturschutzstation sind neugestaltet

Wo sich bislang Maus-durchwühlte Rasenflächen vor dem alten Schöpfwerksmeisterhaus am Sauteler Siel erstreckten, sollen schon in diesem Sommer prächtige Blütenhorizonte das Bild prägen. Mitarbeiter der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH, deren Abteilung Garten- und Landschaftsbau die Grünflächenpflege rund um die Station leistet, gestalten in diesen Tagen zwei Teilflächen neu. Dabei liegt das Augenmerk vor allem auf ein für Insekten, speziell für Tag- und Nachtfalter attraktives Blütenangebot.

Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit der geplanten Ausstellung „De Mulkentövers – Schmetterlinge an der Unter-Ems“. Die Eröffnung dieser multimedialen Ausstellung war ursprünglich für Mai/Juni dieses Jahres vorgesehen – fiel wie so vieles andere aber der Corona-Krise zum Opfer. Nun planen die Mitarbeiter der Station für den Herbst, oder aber für das kommende Jahr 2021. „Gut eingewachsen werden sich die Beete nächstes Jahr sicher noch besser präsentieren“, sieht Dipl.-Ing. Gregor Thiele, Abteilungsleiter der obw, auch Vorteile in der erzwungenen Verschiebung.

 
Mitarbeiter der obw aus Emden pflanzen Stauden und Gehölze im Eingangsbereich der Station. Für Schmetterlinge, aber auch für Wildbienen, Schwebfliegen und andere Insekten attraktiv blühende Pflanzen wie…
 
…Lavendel, Dost, Wasserdost, Oregano, Minze, Fetthenne oder Sommerflieder und weitere Arten.
 
Das Beet rechts des Eingangs wurde mit einer artenreichen Blühwiese aus biologisch erzeugtem Saatgut eingesät.
 
Die Beete vor der Naturschutzstation nach ihrer Fertigstellung; jetzt heißt es warten – und regelmäßig gießen.

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27.04.2020

Möwenkolonie auf Bingumer Sand

Nachdem bereits Anfang März die ersten Lachmöwen aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt waren, sind derzeit Balz, Nestbau und Brut auf der Emsinsel in vollem Gange. Die Bingumer WebCam, installiert im Rahmen eines gemeinsamen Öffentlichkeitsprojektes der Naturschutzverbände BUND, NABU und WWF, erlaubt den Mitarbeitern der Naturschutzstation dabei wieder tiefe Einblicke in das aktuelle Naturgeschehen auf der Insel. Was dabei leider fehlt, ist die enorme Geräuschkulisse, die die Vogelschwärme dabei entfalten. Entsprechende Eindrücke verschafft erst ein Spaziergang mit Blick übern Deich besonders von Bingumer Seite.

(Videos ggf. mit Klick auf rechter Maustaste "Link öffnen" oder „Link in neuem Fenster öffnen“ starten.)

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21.04.2020

Austernfischer wählen erneut Flachdach am Sauteler Siel als Brutplatz

Knapp zwei Wochen später als im Jahr zuvor haben sich vermutlich erneut Austernfischer für das große Siel- und Schöpfwerksgebäude bei Terborg als Niststandort entschieden. Seit Anfang der Woche sind die charakteristischen Stimmen des auffällig schwarz-weißen Vogels mit dem langen roten Schnabel wieder zu vernehmen. Über die am Schöpfwerksdach installierte WebCam konnten die Mitarbeiter der Naturschutzstation zudem bereits typisches Revierverhalten beobachten.

Im vergangenen Jahr blieb ein Bruterfolg der Sauteler Austernfischer leider aus. Der erste Schlupf kam durch Sturz vom Dach ums Leben, die Küken eines Nachgeleges konnten durch Mithilfe des Entwässerungsverbandes Oldersum zwar vor dem Absturz bewahrt und vom Dach geborgen werden, wurden wenige Tage später vermutlich aber prädiert, sprich, ein Opfer von Beutegreifern. Ob es sich jetzt um ein oder beide Vögel des letzten Jahres handelt, ist nicht auszumachen, aufgrund der großen Brutplatztreue der Art aber durchaus wahrscheinlich.

Austernfischer als ursprünglich charakteristische Küstenvögel besiedeln seit rund 100 Jahren zunehmend auch binnenländische Gebiete. Anstelle von Muscheln und Krebsen im Watt stochern sie dort im Grünland nach Würmern und Insekten. Normalerweise brüten sie dann auch in der Agrarlandschaft - seit etwa Anfang der 2000er Jahre aber werden vermehrt auch Bruten auf Kies- oder begrünten Flachdächern, selbst inmitten von Siedlungsbereichen, beobachtet.

Auf der Emsinsel Bingumer Sand brüten Austernfischer bereits. Im Video unten stehen die Vögel neben ihrem von der wärmenden Morgensonne beschienenen Gelege (Video ggf. mit Klick auf rechte Maustaste "Link/Tab öffnen" oder „Link in neuem Fenster öffnen“ starten).

 
Ein Austernfischer hat sich nahe der WebCam am Rand des Sieldaches niedergelassen.
 
Mit durchdringendem Pfiff ruft der Vogel, vermutlich das Männchen, nach dem Partner.
 
Dieser erscheint kurz darauf am hinteren Ende des Daches.
 
Dich an dicht erkundet das Paar das Dach, kurz darauf findet ein Kopulationsversuch des Männchens statt.
 

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03.04.2020

Naturschutzstation beteiligt sich an landesweiter Aufnahme von Kiebitz und Uferschnepfe

In einem gemeinsamen Kartierprojekt der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung und der Staatlichen Vogelschutzwarte im NLWKN startet in diesen Tagen der erste Durchgang zur Erfassung von Kiebitz und Uferschnepfe. Dabei suchen Vogelkundler in ganz Niedersachsen und Bremen Flächen nach Vorkommen dieser charakteristischen Wiesenvögel ab.

Im Landkreis Leer hat die Naturschutzstation einen Quadranten übernommen, das ist ein etwa 5 x 5 km großer Ausschnitt der topografischen Karte. Hier werden Teilflächen außerhalb der regelmäßig untersuchten Schutzgebiete angefahren und mit Fernglas und Spektiv abgesucht. Anfang April werden vor allem balzende und brütende Kiebitze gezählt, bei Uferschnepfen-Vorkommen folgt Ende April/Anfang Mai ein zweiter Durchgang.

Hintergrund der möglichst flächendeckenden Kartierung ist der weiterhin starke Rückgang beider Arten. Sowohl für den Erhalt des Kiebitzes, besonders aber für den der Uferschnepfe trägt Niedersachsen eine besondere Verantwortung, finden sich hier doch sehr große Anteile am gesamtdeutschen Brutbestand.

 
Das Gefieder des Kiebitzes schimmert metallisch im Sonnenlicht. Früher waren die charakteristischen, namensgebenden „kiju-wit“-Rufe…
 
… sowie die wilden, akrobatischen Balzflüge des Kiebitzes nahezu überall in den Niederungsgebieten zu hören und zu sehen.
 
Die grazile Uferschnepfe besitzt besondere Ansprüche an ihr Brutgebiet. Sie bevorzugt Grünland, das noch lang im Mai bodenfeucht bis nass bleibt und nicht zu früh landwirtschaftlich genutzt wird – wie hier am Dümmer.
 
Die Uferschnepfe brütet auch im Holter Hammrich in Rhauderfehn, hier ein Trupp Durchzügler im März (mit zwei kleineren Kampfläufern dahinter).

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20.03.2020

Ungestörter Rastplatz: große Vogelvielfalt auf Bingumer Sand

Viele verschiedene Vogelarten lassen sich derzeit auf Bingumer Sand beobachten. Die ersten beginnen mit dem Brutgeschäft, weitere rasten auf ihrem langen Heimflug in nordische Gefilde. Die NABU-Kamera auf der Insel, gesteuert von der Naturschutzstation, hat wieder ein paar schöne Clips eingefangen.

(Videos ggf. mit Klick auf rechter Maustaste "Link öffnen" oder „Link in neuem Fenster öffnen“ starten.)

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12.03.2020

Sturmfluten und Corona

Diesmal hießen sie „Gisela“ und „Hanna“, die Tiefdruckgebiete, die heute teils schwere Sturmböen brachten und die Tide hoch auflaufen ließen. Bereits eine ganze Reihe von Sturmfluten rollten seit Jahresbeginn die Ems hinauf, auch heute wieder pfiff der Wind ordentlich an der Naturschutzstation, ließ die Wellen hoch an das Sielgebäude schlagen und überschwemmte weitläufig die Vorländer.

Während man vor Ort die Unbilden von Wind und Wasser kennt und sich eher sicher fühlt hinter Sperrwerk und Emsdeich, schaffen neue Gefahren ganz andere Probleme. Aufgrund der weiter ansteigenden Ausbreitung des Corona-Virus auch in der Region musste der für Mittwoch, den 18. März in der Station angekündigte Vortrag zur Situation der Wiesenvögel an der Ems abgesagt werden. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

 
Hoch steht das vom Wind aufgewühlte Emswasser am Sauteler Siel, die meterlangen Anlegedalben der Marina schauen nur noch ein Stück weit aus der Flut.
 
Die Vorländer sind weiträumig überflutet.

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04.03.2020

Vorfrühling auf Bingumer Sand

Nach den stürmischen Februarwochen ist der nahende Frühling an der Ems jetzt unübersehbar. Scharen gefiederter Durchzügler rasten auf den schlickigen Flächen von Bingumer Sand, fressen sich satt für den Weiterflug gen Norden. Aber auch die ersten Brutvögel sind zur Emsinsel zurückgekehrt.

Die auf der Vogelinsel im Rahmen eines Projektes der Naturschutzverbände WWF, BUND und NABU installierte Kamera, die sich von der Naturschutzstation in Terborg aus steuern lässt, gestattet besonders bei sonnigem Wetter detailreiche Einblicke in das Naturgeschehen.

Die unten eingestellten Clips bilden dabei nur einen kleinen Ausschnitt der von Ehrenamtlichen bearbeiteten, zum Teil spektakulären Insel-Videos, die sich Besucher der Naturschutzstation am Sauteler Siel anschauen können.

(Videos ggf. mit Klick auf rechter Maustaste "Link öffnen" oder „Link in neuem Fenster öffnen“ starten.)

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26.02.2020

Hohe Wasserstände an der Ems und im Leda-Jümme-Gebiet

Orkantief „Sabine“ läutete eine Kette hoher Sturmfluten ein, Vorländer an der Ems wurden flächig überschwemmt. Auch für die Emsinsel Bingumer Sand, Standort einer vom NABU aufgestellten WebCam, galt nahezu komplett „Land unter“. Inzwischen ist die Insel zwar wieder abgetrocknet – der über Monate mit Hilfe der Kamera zu beobachtende Sprung Rehe ist seither allerdings verschwunden. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Tiere an Land schwimmend in Sicherheit bringen konnten – und spannend, ob und wann sie wiederkommen.

Die hohen Wasserstände aus Richtung See, vor allem aber ergiebige Niederschläge im Einzugsgebiet machen der tief liegenden Leda-Jümme-Niederung zu schaffen. Große Wasserflächen auf den Wiesen und ausgeuferte Gewässer verdeutlichen die angespannte Hochwassersituation. Der Leda-Jümme-Verband stand in den vergangenen Wochen bereits mehrmals kurz vor der Entscheidung, einen oder mehrere der großen Hochwasserschutzpolder im Gebiet zu fluten. So auch den Polder Holter Hammrich, ein Gebiet mit hohem Wert auch für den Naturschutz.

(Videos ggf. mit Klick auf rechter Maustaste "Link öffnen" oder „Link in neuem Fenster öffnen“ starten.)

 
„Land unter“ auf Bingumer Sand am 12.02.2020
 
Zurzeit halten sich Kiebitzschwärme auf der Insel auf, blau- und grün-metallisch schimmert das Gefieder im Sonnenlicht.
 
Auch im Polder Holte sind die Wiesen überschwemmt – hier allerdings durchaus gewollt und über Stauwehre gesteuert, denn das macht das Gebiet ausgesprochen attraktiv für Wiesenvögel…
 
… wie den Großen Brachvogel, der jetzt zur Zugzeit dort in großen Schwärmen beobachtet werden kann. Die Art brütet auch mit mehreren Paaren im Polder, zum späten Frühjahr wird der Wasserstand dann allerdings abgesenkt.
 
Mit dem arttypisch langen, gebogenen Schnabel spüren die Tiere Kleinlebewesen im Boden auf.

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20.02.2020

Masterplan Ems 2050 - Pressesprecher der Geschäftsstelle informiert

Auch der zweite Abend der Vortragsreihe, die die Naturschutzstation in Kooperation mit den Masterplan-Koordinatoren anbietet, war sehr gut besucht. Mehr als 30 interessierte Bürger fanden sich am Dienstagabend in den Räumlichkeiten am Sauteler Siel ein, um sich Hintergründe und Inhalte des Masterplan Ems 2050 erläutern zu lassen. Thorsten Kuchta, Pressesprecher der Oldenburger Geschäftsstelle, spannte einen Bogen von den negativen ökologischen Entwicklungen an der Tideems, dadurch ausgelöste Konsequenzen bis hin zu dem im Jahr 2015 geschlossenen Vertrag. Erstmals fanden sich ganz unterschiedliche Akteure an der Ems zusammen, um dem Problem gemeinsam zu begegnen.

Im Anschluss an den Vortrag von Kuchta, der auch auf den aktuellen Stand der im Masterplan vereinbarten Maßnahmen einging, blieb genügend Zeit für eine lebhafte und durchaus kontroverse Diskussion. Dabei wurde die komplexe und schwierige Situation an der Ems deutlich, Skepsis und Zweifel, aber auch optimistische Stimmen waren zu hören.

 
Thorsten Kuchta, Pressesprecher der Geschäftsstelle, referierte über erste Erfolge, aber auch über Schwierigkeiten in der Umsetzung, mit denen es die Akteure des Masterplan Ems 2050 seit Vertragsunterzeichnung im Jahr 2015 zu tun haben.
 
Kartenanlage des Masterplan Ems 2050: Suchraum für Flächenerwerb und Verortung der Einzelmaßnahmen

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17.02.2020

Besuch aus Europa

Einen Tag vor ihrer Teilnahme an der Fachtagung „Renaturierung europäischer Ästuare: Erfahrungen und Erfolge“ am vergangenen Freitag in Leer bereiste eine internationale Gruppe von Flussexperten die Unterems. Bei mehreren Stopps zwischen Papenburg und Gandersum ließen sie sich von Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel Einzelheiten zur Tideems erläutern. Im Anschluss informierten sich die Fachleute über den Masterplan-Prozess und die Arbeit der Naturschutzstation Ems am Sauteler Siel.

 
Von links: Prof. Dr. Patrick Meire (University of Antwerp), Heinrich Pegel, Dinska Amery, Hanna Gersmann, Alexander Just (Generaldirektion Umwelt, EU-Kommission), Rafael Seiz (WWF Spanien), Beatrice Claus und Astrid Paschkowski (WWF Deutschland)
 
Ein Anfahrtspunkt der Exkursion: Mündung des Altarms bei Vellage
 
In später Dämmerung erreichte die Gruppe die Hörstation der Audiotour „Ems im Ohr“ am Emssperrwerk.
 
In der Naturschutzstation Ems wurden zum Abschluss in einer Präsentation Probleme, Schutz und die mit dem Masterplan verbundenen Entwicklungschancen an der Tideems erläutert.

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12.02.2020

Hermelin im Winterkleid

Bereits im Sommer vergangenen Jahres konnten die Stationsmitarbeiter ein Hermelin, das im Bereich des Sauteler Siels nach - reichlich vorhandenen - Mäusen stöberte, mit der Kamera einfangen (siehe "Aktuelles" vom 21.08.2019). Nun gelangen auch Zufallsaufnahmen eines Tieres im schneeweißen Winterkleid, das zwischen Deich und Grünflächen der Station „herumwieselte“.

 
Selbst im dichten Gebüsch ist das leuchtend weiße Hermelin rasch auszumachen. Die in schneereichen Wintern höchst nützliche weiße Tarnfarbe…
 
… wirkt kaum vorteilhaft in den meist schneearmen ostfriesischen Wintermonaten.
 
Nur die Schwanzspitze des Hermelins bleibt schwarz. Dadurch, durch seine Größe…
 
… sowie durch die weiße Winterfärbung unterscheidet sich das Hermelin oder Große Wiesel vom kleineren Vetter, dem Mauswiesel. Letzteres konnte auch schon am Schöpfwerk Sautel beobachtet werden (siehe „Aktuelles“ vom 04.09.2019).

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31.01.2020

Bingumer Sand – ein Ruhe- und Rückzugsort für viele Tiere

Die ruhige, frei von Störungen gelegene Emsinsel bei Leer ist idealer Einstands- und Ruheort für viele Tiere. Die immer wieder auf der Insel zu beobachtenden Rehe wurden inzwischen auf zehn gezählt. Im „Sprung", wie man eine Ansammlung von Rehen bezeichnet, konnten jetzt auch zwei schwarze Kitze entdeckt und mit der fest installierten WebCam gefilmt werden. Schwarze Farbvarianten treten bei Rehen vor allem im Norden Deutschlands gelegentlich auf, im Süden sind sie hingegen deutlich seltener.

Ein weiterer, frühmorgendlicher Rundblick mit der Insel-Kamera zeigt große Gruppen von Weißwangen- oder Nonnengänsen unmittelbar vor ihrem Aufbruch zu den Futterplätzen im Umland. Die vielen wachsamen Augen dieser nordischen Wintergäste an der Ems schmälern mögliche Beuteaussichten ihrer Feinde. So wie die des Seeadlers, der inzwischen regelmäßig an der Ems zu beobachten ist. Dieser hat eher bei Überraschungsangriffen auf Einzeltiere Erfolg.

(Videos ggf. mit Klick auf rechter Maustaste "Link öffnen" oder „Link in neuem Fenster öffnen“ starten.)

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24.01.2020

Vortragsabend „Gewässergüte und Tidedynamik der Ems“ gut besucht

Zum Auftakt der fünfteiligen Vortragsreihe „Masterplan kompakt“ in der Naturschutzstation Ems referierte der Gewässerkundler Andreas Engels vom NLWKN in Aurich. Dabei stellte er Bewegungs- und Transportprozesse von Feststoffen in der Ems, deren historische Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Wasserqualität dar.

Engels spannte einen weiten Bogen von den Sedimenttransporten in der Nordsee bis hin zu den Begradigungen und Vertiefungen und ihren Auswirkungen auf die Ems und berichtete über die umfangreichen Messungen und Modellierungen, die die Grundlage für das Verständnis der Systemprozesse bilden. Sie werden auch in das Genehmigungsverfahren für die geplante „Flexible Tidesteuerung“ eingehen. Die Wissenschaftler stehen bei ihren Forschungen in stetem Austausch mit Experten aus anderen Nationen, die an ihren Tideflüssen an ähnlichen Phänomenen forschen.

In den kommenden Monaten folgen weitere Vorträge der Reihe „Masterplan kompakt“:

19. Februar: „Veranlassung, Grundsätze und Vorhaben des Masterplans Ems 2050“ (Thorsten Kuchta)
18. März: „Flächenmanagement zum Schutz von Wiesenvögeln“ (Heinrich Pegel)
29. April: „Fischmonitoring und Durchgängigkeit an Sielen und Schöpfwerken“ (Dr. Oliver-David Finch)
27. Mai: „Schmetterlinge der Ems-Vorländer“ (Peter Pauschert)

Beginn ist jeweils um 17.30 Uhr in der Naturschutzstation. Die Vorträge sind kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 0441/799-2141 oder -2602 oder per E-Mail an masterplan-ems@arl-we.niedersachsen.de.

 
Fließverhältnisse und Stofftransporte an der Tideems - Andreas Engels gab Einblicke in komplexe Sachverhalte.
 
An den Vortrag schloss sich eine engagierte, teils kontroverse Diskussion mit den gut 30 Zuhörern über die Chancen des Masterplan Ems 2050 an.

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17.01.2020

Vortragsveranstaltungen in der Naturschutzstation

In Kooperation mit der Geschäftsstelle des Masterplan Ems 2050 beginnt ab der kommenden Woche eine Vortragsreihe in den Räumen der Naturschutzstation Ems. Jeweils an Mittwochabenden berichten Fachleute monatlich zu unterschiedlichen Themen des Masterplan-Prozesses. Dabei stehen wasserwirtschaftliche, aber auch ökologische Aspekte im Mittelpunkt. Die jeweils um 17:30 Uhr beginnenden Vorträge lassen im Anschluss genügend Zeit zur Diskussion. Eine Teilnahme ist kostenlos, allerdings sind aufgrund des begrenzten Platzangebotes Anmeldungen erforderlich.

Die genauen Daten der Veranstaltungen, Beschreibungen der Vortragsinhalte sowie Vorstellungen der Referenten sind hier zu finden.

 
Brackwassersalzwiesen an der Unterems bei Petkum, Stadt Emden
 
Tidebiotope der Unterems bei Vellage, westlich von Papenburg

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10.01.2020

Mäuse, Mäuse und kein Ende…

Auch im Neuen Jahr 2020 finden sich an der Naturschutzstation überall Spuren der immensen Mäuse-Massenvermehrung – aber auch von den Nutznießern dieses reichen Beuteangebotes. Während der feiertäglichen Abwesenheit der Mitarbeiter wurden offensichtlich auch die Fenstersimse der Station als lohnende Jagdansitze genutzt. Vermutlich Turmfalken, die sich seit Monaten schon am Deich und den Schöpfwerksgebäuden aufhalten, hinterließen dort mehrere Speiballen, sogenannte Gewölle, mit denen sie unverdauliche Nahrungsreste auswürgen.

 
Fenstersims der Naturschutzstation mit drei Gewöllen
 
Von Mäuselöchern perforierte und vom Wurzelfraß der Nager stark in Mitleidenschaft gezogener Rasen am Stationsgebäude. Schäden, die wie hier auf überschaubarer Fläche entstanden, finden sich vielerorts im Rheiderland auf riesigen Grünlandflächen
 
Turmfalkengewölle enthalten überwiegend Fellhaare und keine (links) oder nur wenig Knochenreste (rechts).
 
Manche der winzigen Knochen lassen sich auch vom Laien zuordnen: Oben zwei Mäuseschwänze, unten rechts zwei Pfoten.
 
Turmfalke auf dem Schöpfwerksdach

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18.12.2019

Seeadler auf Bingumer Sand

Kurz vor dem Weihnachtsurlaub, der Rechner war schon heruntergefahren, unternahm Stationsmitarbeiter Peter Pauschert noch einmal einen „Rundblick“ mit der WebCam auf Bingumer Sand. Und wie bereits einige Male zuvor gelang ein Zufallstreffer: Zwei adulte (erwachsene, zu erkennen an den weißen Schwanzfedern) Seeadler ließen sich beim Kröpfen (Verspeisen) ihrer Beute, vermutlich einer Gans, beobachten. Eine Rabenkrähe, die mit vorsichtigem Abstand in der Nähe auf ihren Anteil am Menü hoffte, bekam ein paar Bissen ab, nachdem einer der mächtigen Vögel satt abgeflogen war. Kurz darauf kehrte aber der zweite zur Mahlzeit zurück.

(Video ggf. mit rechter Maustaste "Link in neuem Fenster öffnen" starten!)

 

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16.12.2019

Neues und Altes von Bingumer Sand

Still ist’s geworden auf der Emsinsel bei Leer. Die Weidesaison ist vorüber, das Vieh längst mit dem Landungsboot zurückgebracht und die abschließende Mahd des überstehenden Bewuchses ebenfalls erfolgt. Auch der jährliche Durchzug von nordischen Wat- und anderen Zugvögeln, die auf ihrer Herbstwanderung in südliche Gefilde eine Rast an der Ems einlegten, ist vorbei.

Also gelingen derzeit eher selten bemerkenswerte Beobachtungen mit Hilfe der auf einem alten Strommastsockel installierten WebCam. So am vergangenen Wochenende, als die Aufnahme eines Sprungs von immerhin 7 Rehen gelang. Darunter Alttiere und diesjährige Kitze, die miteinander spielten.

Immer wieder spannend für die ehrenamtlichen Mitglieder des NABU, die die Inselvideos in der Naturschutzstation sichten und schneiden, ist auch das Aufarbeiten der „alten“ Sommereingänge. In diesem Zeitraum war die Inselkamera über Wochen „scharf“ gestellt, unzählige Videos harren immer noch der Auswertung. So wie die unten eingestellten Clips, die Ehrenamtler Kalle Machner aus Leer jetzt entdeckte. Sie zeigen ein Säbelschnäblerpaar, das sein Küken (oben) zur Nahrungssuche in einen Inseltümpel geführt hat - ebenso wie eine Nilgans, die ihre Gössel hier schwimmen lassen will. Letzteres stößt allerdings auf wenig Verständnis der zierlichen Säbler, die unermüdlich damit beschäftigt sind, die kleinen Gänschen aus „ihrem“ Tümpel zu vertreiben.

Nilgänse gelten in ihrem Revier als unduldsam und aggressiv gegenüber Artgenossen, angeblich aber auch gegenüber anderen Vögeln. Umso mehr verwundert die Gelassenheit der Gänseeltern auf Bingumer Sand.

(Videos ggf. mit Klick auf rechter Maustaste "Link öffnen" oder „Link in neuem Fenster öffnen“ starten.)

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13.11.2019

EU-LIFE+-Projekt Wiesenvögel – Planungsstart für weitere Flächen im Rheiderland

Bereits in den vergangenen Jahren wurden im Rahmen eines von der EU geförderten LIFE+-Projektes landeseigene Flächen im Vogelschutzgebiet Rheiderland für Wiesenvögel optimiert. Bei nasskaltem Novemberwetter trafen sich nun Projektverantwortliche des NLWKN sowie Planungsfachleute vor Ort und besichtigten weitere, insgesamt rund 26,5 ha große Projektflächen. Dabei führten Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel, der bei Marienchor bereits Maßnahmen umgesetzt hatte, und Projektleiterin Silke Haack vom Oldenburger NLWKN in die Örtlichkeiten ein.

Hintergrund: Niedersachsen ist das wichtigste „Wiesenvogelland“ Deutschlands. Hier brüten hohe Anteile der gesamtdeutschen Brutbestände beispielsweise von Uferschnepfe, Kiebitz, Brachvogel, Rotschenkel, Bekassine und Wachtelkönig. Doch auch in Niedersachsen hat der Bestand stark abgenommen. Ursachen für den Rückgang der Wiesenvögel sind vor allem der agrarstrukturelle Wandel der vergangenen Jahrzehnte, sowie die Flächenentwässerung. Denn die meisten Vögel dieser Gruppe benötigen zu Brutbeginn im Frühjahr feuchte und nasse Bereiche – für manche sollten diese zeitweise sogar unter Wasser stehen. Im Sommer wiederum müssen die Flächen für die Landwirte zu bewirtschaften sein - ein zielgenaues Be- und Entwässerungsmanagement ist erforderlich. Solche Bedingungen sollen durch das EU-Life+-Projekt geschaffen bzw. optimiert werden.

 
In den Weiten des Rheiderlandes unterwegs in Sachen Wiesenvogelschutz (von links): Albert Aeissen (Landwirt und Pächter), Sonja Bode (Planungsbüro), Silke Haack und Joshua Preis (NLWKN), Julia Ruhnke (Planungsbüro), Dirk Beening (Vermessungsbüro)
 
Sonja Bode vom Planungsbüro Diekmann, Mosebach & Partner (links) im Gespräch mit Projektleiterin Silke Haack und Vermessungsingenieur Dirk Beening aus Leer
 
Flächen mit geplanten (gelb) und genehmigten (violett), in Teilen bereits umgesetzten Life+-Maßnahmen zur Optimierung von Wiesenvogel-Lebensräumen im Rheiderland
 
Auch im Rheiderland ein großes Problem: Schäden im Grünland durch Mäuse-Massenvermehrung
 
Die Narbe ist von Mausgängen regelrecht perforiert, verblichene Graspflanzen weisen auf Wurzelverbiss hin.
Ansprechpartner in den Naturschutzstationen

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