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Naturschutzgebiet "Helstorfer Moor"

Kennzeichen: NSG HA 056


Das Helstorfer Moor wird vom ehemaligen bäuerlichen Torfabbau und den damit einhergehenden Torfstichen sowie den heute mit Bäumen bewachsenen Abfuhrdämmen geprägt. Das langgestreckte Moor ist sehr unwegsam und hat vielfältige und naturnah ausgeprägte Strukturen. Im Norden ist das Grundwasser vergleichsweise hoch anstehend. Das südliche Drittel des Moores ist stärker entwässert und in der Folge dicht bewaldet. Im Nordwestteil des Moores strömt mineralreiches Grundwasser von einer außerhalb des NSG liegenden bewaldeten Anhöhe (Lindenburg) ein.

Im Zentrum des Moores hat sich ein sekundärer Moorwald entwickelt, auf den Torfdämmen und in Richtung Süden dominiert hingegen die Waldkiefer. Tw. haben sich Schwingrasen mit Wollgras und Schnabelried-Vegetation gebildet. Dort entstehen zunehmend Bulten mit typischer Hochmoorvegetation.

Im Ostteil des Moores sind einige Flächen durch Entkusselung frei von Bäumen. Neben Schnabelried-Vegetation sind dort Wollgras-Torfmoos Schwingrasen und naturnahe Hochmoorstadien großflächig enthalten. Im Südostteil wachsen ausgedehnte Erlenbruchwälder, im Süden Birken- und Erlenbruchwald sowie feuchter Eichen-Mischwald.

Im Helstorfer Moor kommen verschiedene seltene und gefährdete Pflanzenarten vor, u. a. Rosmarinheide (Andromeda polifolia), Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Deutsche Haarsimse (Trichophorum cespitosum ssp. cespitosum) sowie die vom Aussterben bedrohte Weichwurz (Hammarbya paludosa).

Die weitgehende Ungestörtheit der nassen, halboffenen Moorbereiche im Norden bietet anspruchsvollen Arten wie Kranich, Waldwasserläufer, Bekassine und Krickente geeignete Lebensräume. Nachtschwalbe (Ziegenmelker) und Schwarzkehlchen besiedeln u. a. die Ränder der großen offenen Entkusselungsflächen. Die östlich angrenzenden Grünland- und Ackerflächen werden u. a. von Wachtelkönig, Kiebitz, Rebhuhn, Braunkehlchen und Neuntöter besiedelt. Auch der Kranich führt seine Jungen zur Nahrungssuche in die moornahen Grünlandbereiche.

Mit Waldeidechse, Blindschleiche, Ringelnatter, Schlingnatter und Kreuzotter ist das zu erwartende Reptilienspektrum vollständig. Moorfrosch und Kleiner Wasserfrosch bilden mittlere bis größere Bestände.

Unter den moortypischen Libellen haben Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum), Späte Adonislibelle (Ceriagrion tenellum), Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia) und Nordische Moosjungfer (Leucorrhinia rubicunda) die höchste Stetigkeit. Ebenfalls hochmoorgebundene Arten sind Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea), Hochmoor-Mosaikjungfer (Aeshna subarctica) und Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica). Das Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Zwerglibelle (Nehalennia speciosa) ist eine niedersachsenweite Besonderheit. Die Bestände der hochmoorspezifischen und in Niedersachsen vom Aussterben bedrohten Arten Hochmoor-Bläuling (Plebeius optilete) und Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilonaris) sind von landesweiter Bedeutung.

Das Gebiet dient dem Schutz des FFH-Gebietes 95 "Helstorfer, Otternhagener und Schwarzes Moor".

Zuständig ist die Region Hannover als untere Naturschutzbehörde.

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Übersichtskarte des Schutzgebietes   Bildrechte: NLWKN

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

NSG-Schild Bildrechte: NLWKN

Naturschutzgebiet "Helstorfer Moor"

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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