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Klimawandel - Was ist das?

Klimawandel bedeutet, dass auf der Erde eine Veränderung des Klimas stattfindet. Im Laufe der Erdgeschichte hat sich das Klima immer wieder verändert. Es gab natürliche Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten. Diese Klimaänderungen entstanden unter anderem durch Vulkanismus, Veränderungen der Erdumlaufahn um die Sonne und der Erdachsenneigung über sehr lange Zeiträume (Jahrtausende bis Millionen Jahre) hinweg.

Wenn man heute von Klimawandel spricht, sind Veränderungen gemeint, die zusätzlich durch den Menschen verursacht, verstärkt oder beschleunigt werden. Die Klimaänderungen ab dem 19. Jahrhundert, also seit der Industrialisierung, sind mit natürlichen Ursachen alleine nicht mehr zu erklären. Daher ist die globale Erwärmung der letzten Jahrzehnte ein Beispiel für den menschengemachten Wandel des Klimas.

In den letzten 50 Jahren stieg die Temperatur mit durchschnittlich 0,13 °Celsius pro Jahr doppelt so schnell an wie in den letzten 100 Jahren. Zuletzt erwärmte sich die Erde nach der Eiszeit um 4 °C bis 5° C innerhalb von 10.000 Jahren. Die aktuelle Temperaturzunahme bedeutet die gleiche Erwärmung in weniger als 100 Jahren.

Die Auswertungen der Wetterdaten zeigen eine Erhöhung der mittleren Temperatur von 1,5 °C in Deutschland seit 1881 bis 2018 auf. Ab dem 21. Jahrhundert kam es zu deutlich mehr überdurchschnittlich warmen Jahren.

In der Wissenschaft ist man sich weitgehend einig, dass die Hauptursache für den Klimawandel der jüngeren Vergangenheit in der Zunahme von Treibhausgasen in der Atmosphäre liegt und dass der Mensch durch den Ausstoß vor allem von Kohlendioxid und Methan entscheidend dazu beiträgt. Diese Treibhausgase entstehen zum Beispiel bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas oder Kohle, der Trockenlegung von Mooren, auf Mülldeponien und bei der Viehhaltung. Aber auch Folgewirkungen der globalen Erwärmung, wie das Auftauen der Permafrostböden, tragen zur Freisetzung dieser Gase bei. Diese Mechanismen verstärken den Treibhauseffekt und bewirken, dass sich die Erde immer weiter aufheizt.

Änderung mittlerer Erdoberflächentemperatur und Niederschlag 2081-2100 gegenüber 1986-2005   Bildrechte: IPCC
Quelle: 5. Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC 2013-14, AR5_SYR_SPM7)

In der Folge kam es innerhalb der letzten 50 bis 100 Jahre bereits zu einschneidenden Veränderungen vieler Klimakenngrößen wie Temperatur oder Niederschlag – dem sogenannten anthropogenen (durch Menschen verursachten) Klimawandel. Es wird wärmer, die jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge ändert sich, und die Wetterextreme nehmen zu. Die Auswirkungen dieses Wandels sind bereits in unterschiedlicher Weise sichtbar und fühlbar, je nachdem, wo wir leben. Besonders stark werden sich die Kontinente der mittleren und nördlichen Breiten sowie die Antarktis erwärmen. In den Tropen und in den nördlichen Breiten werden mehr Niederschläge erwartet, während Nordafrika, der Mittelmeerraum und Südeuropa deutlich trockener werden - insbesondere im Sommer.

Weltweit müssen die Menschen häufiger mit extremen Wetterphänomenen rechnen.

Es wird regional mehr Starkregen und somit auch mehr Überschwemmungen geben, die Windgeschwindigkeiten der tropischen Wirbelstürme nehmen zu. Durch die Erwärmung schmelzen die Eismassen an den Polen und die Gletscher, und der Meeresspiegel steigt an, so dass die Existenz der Bewohner vieler Insel- und Küstenstaaten im Pazifik, Atlantik und im Indischen Ozean bedroht ist.

Hitzewellen werden sich vermutlich häufen und länger andauern. Die Zahl der Frosttage nimmt ab, und vor allem in kontinentalen Gebieten drohen Dürreperioden. Die Entwicklungsländer sind dabei besonders betroffen von den genannten Klimafolgen, da sie meist nur wenig (finanzielle) Möglichkeiten besitzen, um sich diesem Wandel anzupassen.

Ein Umstand, der die gesamte Situation noch schwieriger macht, ist, dass der Klimawandel ein schleichender Prozess ist, und deswegen vielen Menschen erst durch extreme Wetterereignisse und persönliche Betroffenheit ins Bewusstsein gerufen wird.

Fotos Starkregen und Dürre   Bildrechte: pixabay / Benfe / PublicDomainPictures
Glossar
Treibhauswirksame Gase sind Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (Distickstoffmonoxid N2O), teilhalogenierte und vollständig halogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW/FKW) sowie Schwefelhexafluorid (SF6).
Wetter - Klima: Der Begriff Klima ist nicht mit dem des Wetters gleichzusetzen:

Das Wetter ist jederzeit spürbar. Es beschreibt den aktuellen Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort. Von Wetter spricht man bei Zeiträumen von wenigen Stunden bis zu einigen Tagen.

Klima ist die Gesamtheit der Wetterzustände an einem Ort über einen längeren Zeitraum (wenigstens mehrere Jahrzehnte). Das Klima wird statistisch ausgewertet mit langjährigen meteorologischen Messwerten wie Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchte oder Sonnenscheindauer für einen Ort.

Klimawandel in Niedersachsen

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Uwe Petry

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
An der Scharlake 39
D-31135 Hildesheim

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