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Durchblick statt „trübe Tasse“ am Steinhuder Meer

Seenentwicklungsplan soll Perspektiven sichtbar machen und Interessengegensätze abbauen helfen


  Bildrechte: NLWKN
Trügerische Idylle: Das Steinhuder Meer hat ein Algen- und Schlammproblem. Ein Seenentwicklungsplan soll die Interessen am See zusammenführen.

Von Jörg Prante

Das Steinhuder Meer und sein Umfeld sind wertvolle Naturräume. Doch seine hohe naturschutzfachliche Bedeutung führte in der Vergangenheit immer wieder auch zu Konflikten mit anderen Nutzern des Gewässers. Um Spannungen zwischen Naturschutz, Tourismus, Landwirtschaft und Fischerei am größten Flachsee Deutschlands aufzulösen, arbeiten die Region Hannover und das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser an einem umfassenden Seenentwicklungsplan. Der NLWKN bringt sich mit seiner umfangreichen fachlichen Expertise in die Überlegungen ein.

Vor allem zwei Probleme machen den verschiedenen Interessengruppen am 30 Quadratkilometer großen Steinhuder Meer zu schaffen: Der See wird überwiegend aus Grundwasservorkommen gespeist. Trotzdem sind die Nährstoffkonzentrationen so hoch, dass es zeitweise zu Algenmassenentwicklung kommt. Daneben stellt die sogenannte Treibmudde ein besonderes Phänomen dar, das den Planern Kopfschmerzen bereitet: Uralte Schlammablagerungen in dem durchschnittlich nur 1,35 Meter tiefen Gewässer, deren Masse durch Wind und Strömung ständig umgelagert wird, seitdem vor einigen Jahrzehnten die Unterwasservegetation verschwunden ist. Von 150.000 bis 180.000 Kubikmeter Schlamm gehen hier die Experten aus. Zur Aufrechterhaltung der touristischen Nutzung sind deshalb regelmäßig Schlammentnahmen notwendig – vor allem die Nutzung der Steganlagen kann bisher nur auf diese Weise sichergestellt werden.

Der für alle Seiten unbefriedigenden Situation am See soll mit dem neuen Seenentwicklungsplan begegnet werden. Neben einer generellen Bestandsaufnahme, zu der auch die 2019 durchgeführte Tiefenvermessung zählt, sollen dabei sämtliche Nutzungsansprüche, vorliegenden Gutachten und Untersuchungen zusammengeführt werden, um in einen ganzheitlichen Ansatz Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Vielzahl von Entschließungsanträgen und kleinen Anfragen im niedersächsischen Landtag und im kommunalen Bereich von höchster Priorität, um zu einer Versachlichung der Diskussion beizutragen und zielgerichtet Maßnahmen zu initiieren.

Blick auf das Saugbaggerschiff, im Vordergrund der Saugbagger, rechts ein Sandhaufen und weiteres Gerät.   Bildrechte: NLWKN
Nur durch Schlammentnahmen kann derzeit eine touristische Nutzung des Sees ermöglicht werden.
Im Vordergrund: ein großes Metallteil - der Saugkopf des Baggers, der im Hintergrund zu sehen ist.   Bildrechte: NLWKN
Ein Saugbagger sorgt am Steinhuder Meer regelmäßig dafür, dass insbesondere die Steganlagen weiter benutzt werden können.

Das Steinhuder Meer

Das Steinhuder Meer ist mit ca. 30 km² der größte See Niedersachsens und mit einer Wasser-tiefe von durchschnittlich 1,35 m ebenfalls der größte Flachsee Deutschlands. Eigentümer des Gewässers ist das Land Niedersachsen. Fragestellungen des Eigentums werden von der Do-mänenverwaltung im Amt für Regionale Landesentwicklung Leine-Weser wahrgenommen. Der NLWKN berät die Domänenverwaltung bei wasserwirtschaftlichen Fragestellungen. Die Landkreise Nienburg und Schaumburg grenzen an das Steinhuder Meer an. Überwiegend be-troffen ist jedoch aus kommunaler Sicht die Region Hannover, die auch die wesentlichen Fra-gestellungen des Seenentwicklungsplans federführend begleitet.

Kartenmaterial zur Situation am Steinhuder Meer

Die Tiefenvermessung per Echolotpeilung ermöglicht ein klares Bild von den Gewässertiefen im Steinhuder Meer - und der Schlammverteilung am Grund.

 Tiefenvermessung Steinhuder Meer Karte Wassertiefe.pdf
(PDF, 6,49 MB)

 Tiefenvermessung Steinhuder Meer Karte Teichmudde.pdf
(PDF, 5,52 MB)

 Tiefenvermessung Steinhuder Meer Karte Mächtigkeit der Mudde
(PDF, 9,34 MB)

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