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Verkehrspolitik

Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung sind eng verknüpft: Ohne Mobilität ist effizientes Wirtschaften nicht möglich. Ein funktionierendes Verkehrssystem ist für eine Volkswirtschaft, die wettbewerbsfähig sein will, völlig unverzichtbar und unabdingbare Voraussetzung für Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Wohlstand. Der Erhalt und bedarfsgerechte Ausbau von Verkehrswegen ist daher weiterhin Daueraufgabe der Verkehrspolitik. Dies betrifft die Anbindung aller Wirtschaftsräume durch leistungsfähige Straßen, durch die Verbesserung des Schienennetzes und den Ausbau der Wasserstraßen. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass der Trend zu mehr Mobilität ungebrochen sein wird und die Anforderungen an das Verkehrssystem stetig ansteigen werden. Verkehrspolitisches Ziel der Landesregierung ist es, Mobilität dauerhaft zu erhalten und nachhaltig zu gestalten.

Das Thema Lärm ist von besonderer Bedeutung, da eine erforderliche Akzeptanz der Anwohner eine befriedigende Situation beim Lärm bedingt. Die Landesregierung koordiniert und initiiert Konzeptionen sowie Projekte zur Reduzierung von Lärmemissionen des Eisenbahnverkehrs. Dabei stehen die Erprobung sowie die Förderung innovativer Bremstechnologien für den Schienengüterverkehr im besonderen Fokus.


Ansprechpartner
Dr. Carla Eickmann
Tel.: 0511/120-7843
Fax.:0511/120-997843
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Odo Sissel
Tel.: 0511/120-7844
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EU-Rahmenrecht
Für viele Bereiche der Verkehrspolitik ist der europäische Rahmen zu beachten. Dies gilt beispielsweise für die transeuropäischen Verkehrsachsen (TEN), für Führerscheine und Kfz-Zulassungen. Der größte Teil wird über das Wirtschaftsrecht des Verkehrs geregelt, dazu zählt u.a. der diskriminierungsfreie Zugang zum Schienen- und Luftverkehr, die Arbeits- und Sozialvorschriften für Berufskraftfahrer sowie die Rahmenbedingungen für Steuern und Abgaben. So wäre eine deutsche Lkw-Maut ohne ein entsprechendes EU-Rahmenrecht nicht denkbar.


Ansprechpartner
Michael Schäfer
Tel.: 0511/120-7809
Fax: 0511/120-997809
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Das Testfeld Niedersachsen für automatisierte und vernetzte Mobilität

In Niedersachsen entsteht ein zusammenhängendes Testfeld im Dreieck Hannover-Salzgitter-Braunschweig/Wolfsburg, das bei derzeitiger Planung eine Streckenlänge von ca. 280 Kilometern haben wird. Dieses wird eine derzeit einmalige und innovative Infrastruktur für die Beantwortung zahlreicher Forschungsfragen im Bereich des automatisierten und vernetzten Fahrens darstellen, welches ein wichtiger Baustein im Straßenverkehr der Zukunft sein wird.

Die finanzierenden Partner für den Aufbau sind das niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, das niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur und das Deutsche Luft und Raumfahrtzentrum (DLR). Die Kosten für das Vorhaben, die sich in der ersten Ausbaustufe auf 5 Millionen Euro belaufen, werden jeweils zur Hälfte vom DLR und den Institutionen auf Länderseite getragen.

Das Testfeld wird in 7 Module untergliedert (s. Graphik), die unterschiedliche Schwerpunkte verfolgen. Die Definition der Module orientiert sich am Bedarf der Kernpartner aus Wirtschaft und Wissenschaft (Volkswagen AG, Continental AG, Siemens AG, Wolfsburg AG IAV GmbH, NordSys GmbH, Oecon Products & Services GmbH; ADAC Niedersachsen / Sachsen-Anhalt e.V.).

Zusammen mit Modul 0 - der seit 2014 operativen Anwendungsplattform für Intelligente Mobilität (AIM) in Braunschweig - bilden die Module 1 und 4 die erste Ausbaustufe des Testfeldes Niedersachsen, welche sich aktuell in der Umsetzung befindet. Dazu gehört die Ausstattung eines ca. 7 km langen Teilabschnitts der A39 zwischen Wolfsburg/Königslutter und Cremlingen mit kamera- und radarbasierter Erfassungstechnik an insgesamt 70 Masten, die Ausstattung eines 18 km langen Streckenabschnitts der A39 zwischen Wolfsburg/Königslutter und dem Kreuz Braunschweig Süd mit C2X-Kommunikationstechnik (Auto zu Auto oder Auto zu Infrastruktur) und der Aufbau von 2 zusätzlichen (insgesamt sind dann 5 verfügbar) mobilen Anlagen mit Kommunikations- und Erfassungstechnik.

Um die Testmöglichkeiten noch einmal zu erweitern ist in einer zweiten Ausbaustufe die Realisierung der restlichen Module geplant. Momentan wird von einem Projektstart Mitte/Ende 2019 ausgegangen. Mindestresultat der Aktivitäten in der zweiten Ausbaustufe wird die Komplettierung der 280 km Straßennetz als hochgenaue digitale Karte sowie die Einbindung der digitalen Verkehrsinfrastruktur (z.B. Wechselverkehrszeichen) sein. Ebenfalls ist ein Fahrzeugaufbau geplant, sodass Aktualisierungen der Karte im gesamten Testfeld zukünftig autark durchgeführt werden können. Es werden auch neue Testmöglichkeiten im nicht-öffentlichen Raum geplant.

Insgesamt bietet das Testfeld Niedersachsen also eine sinnvolle verkehrliche Vielfalt und ermöglicht mit den ersten drei Modulen (Modul 0, 1 und 4) schon zum Zeitpunkt von deren Fertigstellung eine umfassende Möglichkeit zum Testen innovativer Fahrzeuge mit Funktionen des vernetzten und automatisierten Fahrens.

Bei der Erfassungstechnik ist das Ziel, die Ermittlung einer objektiven Bewertung einer bestimmten Situation („Ground truth“) zu erhalten und die zum Vergleich mit der aus dem Fahrzeug heraus erfassten und interpretierten Situation abzugleichen. Dafür werden Sensoren an 70 Masten befestigt, die es ermöglichen Fahrzeuge zu erfassen und messtechnisch zu verfolgen. Bei den daraus übermittelten Daten werden jedoch nur die Ausdehnung, der Fahrweg und die Klassifikation des Objektes (PKW/LKW) zu entnehmen sein. Diese Angaben werden natürlich anonymisiert und unterliegen den strengen Datenschutzbestimmungen. Der Baubeginn ist für März 2019 geplant und dauert ca. sechs Monate. Da die Fertigstellung abschnittsweise erfolgt, können kleinere Abschnitte vorher in den Testbetrieb gehen. Ende 2019 kann der ganze Abschnitt in Betrieb genommen werden.

Mithilfe der Kommunikationstechnik, können die Fahrzeuge sowohl untereinander kommunizieren als auch mit der Verkehrsinfrastruktur Informationen austauschen. Die Fahrzeuge senden und empfangen Positions- und Bewegungsdaten des eigenen sowie von benachbarten Fahrzeugen. Sie können somit Fahrzeuge vor Glätte oder Nässe warnen und den Straßenzustand überwachen. Ebenfalls wird die Kommunikationstechnik gebraucht, um die ausgewerteten Daten der Erfassungstechnik, wie z.B. Status der Wechselverkehrszeichen, aktuelle Verkehrslageinformation oder Informationen über Sonderereignisse (Standstreifenfreigabe, Baustellen) zu den Fahrzeugen zu übertragen. Das Ziel ist es, dass die Kommunikation den Verkehrsfluss positiv beeinflusst. Der Testbetrieb dazu wird Anfang 2019 starten.

Grundsätzlich wird bei Testfahrten ein Testfahrer an Bord des Fahrzeugs sein. Dieser überwacht die gesamte Fahrt und kann jederzeit eingreifen, um das Fahrzeug zu übersteuern. Daher ist der sichere Betrieb der Testfahrzeuge, wie er in § 5 Abs. 4 StVO gefordert wird, jederzeit gewährleistet und es besteht demnach keine erhöhte Gefahr durch die Testfahrzeuge.

Mit dem Abschluss des Aufbaus des Testfeldes Niedersachsen wird Forschungsinfrastruktur zur Verfügung stehen, um die neuen Fahrzeugkonzepte in der Praxis zu erproben. Insbesondere die Abdeckung von Stadt-, Landstraßen- und Autobahnabschnitten sowie die teilweise intensive Ausrüstung mit Erfassungstechnik zum objektiven Abgleich der fahrzeugseitig erfassten und tatsächlichen Verkehrssituation wird auch auf absehbare Zeit ein Alleinstellungsmerkmal des Testfeldes Niedersachsen gegenüber anderen existierenden und geplanten Testfeldern sein. Das Autoland Niedersachsen wird mit Hilfe des Testfeldes ganz vorne mit dabei sein, wenn es um die Entwicklung der Mobilität von morgen geht!


Ansprechpartner

Michael Schäfer
Tel.: 0511/120-7809
Fax: 0511/120-997809

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Helge Pulina
Tel.: 0511/120-7825
Fax.: 0511/120-997825

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